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Ostholsteiner Anzeiger

20. August 2017 | 16:13 Uhr

Eutin verbietet „Passantenstopper“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Bürgermeister: „Barrierefreiheit hat oberste Priorität“ / Werbung künftig kleiner als A4

Wenn im nächsten Jahr zahlreiche LGS-Besucher durch Eutins Innenstadt flanieren, sollen sie das möglichst barrierefrei tun können – auch ohne Zick-Zack-Kurs um die zahlreichen Werbetafeln insbesondere in der Peterstraße. Die Mehrheit der Stadtvertreter entschied sich gestern Abend für ein Verbot von Klappschildern, Werbefahnen und Stelltafeln in Eutins Innenstadt inklusive Schlossplatz, aber auch für einen Kompromiss bis eine langfristige Lösung mittels Beteiligungsverfahren gefunden ist: Auf Fahrradständern, Sonnenschirmen und anderen Warenauslagen darf die künftige Werbefläche nicht mal so groß sein wie ein A4-Blatt (20 mal 25 Zentimeter).

Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, im nächsten Jahr rigoros alle Werbung aus der Innenstadt zu verbannen. Damit wolle sie den verstärkten Besucherströmen und den „ohnehin räumlich engen Bedingungen“ entgegenwirken, hieß es in der Begründung. „Die Barrierefreiheit ist unser oberstes Ziel, das muss Priorität haben“, bekräftigte Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz. Außengastronomie soll es weiter geben. Allerdings muss ein Korridor von mindestens 1,50 Meter freigehalten werden für ein „barrierefreies Durchgehen“.

Margret Möller (FDP) betonte: „Das können wir nicht über die Köpfe der Geschäftsleute hinweg entscheiden. Die ganzen kleine Geschäfte in der Twiete oder im Hinterhof brauchen die Möglichkeit, auf sich hinzuweisen.“ Hans-Georg Westphal (SPD) entgegnete: „Wir brauchen eine Übergangslösung, bis wir gemeinsam mit den Kaufleuten eine langfristige Richtlinie erarbeitet haben. Wir haben lange mit uns gerungen, aber hiermit einen guten Kompromiss gefunden.“ Auf Westphals Forderung – „Wir brauchen auch Sanktionen, um missbräuchliches Verhalten zu strafen“ – reagierte keiner.

Die Verwaltung signalisierte aber, im nächsten Jahr verstärkt kontrollieren zu wollen. Bisher sehe die Satzung keine Sanktionen vor, so Ordnungsamtsleiterin Julia Lunau: „Wir setzen auf den Dialog. Wenn wir sehen, dass das nicht hilft, kassieren wir die Schilder auch schon mal.“

Die Kaufleute stehen dem Verbot gespalten gegenüber. Beim Stadtmarketing-Stammtisch am Montag soll erstmals darüber diskutiert werden. Seite 3

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erstellt am 10.Dez.2015 | 00:32 Uhr

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