Aus für Oper : Eutin streicht ihr das Geld

Das endgültige Aus für Opernaufführungen auf der Eutiner Freilichtbühne ist jetzt politisch programmiert.

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03. Januar 2011, 11:07 Uhr

Der Hauptausschuss der Stadt hat beschlossen, für eine Fortführung der Festspiele-Tradition 2011 kein Geld bereitzustellen. Stattdessen sollen neue kulturelle Angebote für den Sommer in Eutin entwickelt und mit 50.000 Euro gefördert werden.
Diese Entscheidung traf der Hauptausschuss, der hinter verschlossenen Türen tagte, nach OHA-Informationen einmütig. Grundlage der Diskussion waren Anträge der Grünen und der SPD zu dem Thema; beide liefen darauf hinaus, im nächsten Jahr seitens der Stadt nicht weiter in Versuche zu investieren, die Serie der seit 1951 hier stattfindenden Opernaufführungen zu verlängern.
Einig waren sich die Politiker, dass die nächsten Monate genutzt werden sollten, ein neues, auf solider Finanzierung beruhendes Nutzungskonzept für die Freilichtbühne und die Opernscheune auf die Beine zu stellen. Die Verwaltung wurde beauftragt, die notwendigen Vorarbeiten zu leisten.
Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz interpretierte die Entscheidung so: "Die Stadtvertreter wollen nicht mehr das Risiko eingehen, erneut viel Geld einzusetzen und dann wieder die Hoffnungen platzen zu sehen, dass damit die Oper stabilisiert ist. Keines der beiden Konzepte, die von der WVE und aus der Opernscheune für neue Festspiele 2011 auf den Tisch gelegt wurden, erschien ihnen so belastbar, dass die Stadt als größter Zuschussgeber da mitmachen sollte."
Schulz weiter: "Die Rahmenbedingungen für eine Spielzeit 2011 mit der Insolvenz und einem viel zu späten Start eines Vorverkaufs sind noch schlechter als in den Jahren zuvor. Man kann es nicht vertreten, da noch einmal städtisches Geld reinzustecken. Wie wichtig Eutin die Festspiele sind, haben wir in den vergangenen Jahren mit fast 1 Million Euro an Zuwendungen bewiesen. Jetzt können wir es nicht mehr." Die Förder-Absage der Stadt stieß bei der Wirtschaftsvereinigung Eutin und in der Opernscheune auf große Enttäuschung.

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