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Eutiner Festspiele : Eutin setzt auf die Operette

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Dirigentin und Chorleiterin Romely Pfund wirbt für ein anspruchsvolles Genre, das in dieser Saison der Festspiele im Fokus steht.

„Es ist Zeit für die Operette“, sagt Dirigentin Romely Pfund, die neben der Fledermaus in dieser Saison auch die Chorleitung bei den Eutiner Festspielen übernommen hat und zwei Sonderveranstaltungen plant. Hauptthema dabei: die Operette. „Die Eutiner Festspiele liegen damit genau richtig, denn weder Kiel noch Lübeck haben in diesem Jahr eine Operette auf dem Spielplan. Aber Berlin, das Zentrum der kulturellen Welt, feiert gerade einen Erfolg nach dem anderen mit den wiederentdeckten Operetten.“ Auch im Elternhaus der gebürtigen Dresdnerin sei die Operette groß geschrieben worden. Doch ihre Liebe für die Operette führt die Dirigentin auch auf den hohen handwerklichen Anspruch zurück: „Es ist eine Kunst, eine gute Operette zu schreiben, sie mit Charme und Witz zu singen und sie zu dirigieren.“ Pfund ziehe deshalb ihren Hut vor den Solisten, die ihr Können auf der Eutiner Freilichtbühne unter Beweis stellen werden. Sie liebe die deutsche und italienische Oper, „aber die Operette ist etwas Besonderes, handwerklich sehr gut gemacht, anspruchsvoll und vielseitig“.

In der Sonderveranstaltung „Die Welt der Operette“ am 28. Juli ab 20 Uhr verspricht Pfund einen Streifzug durch die Welt des Genres. Angefangen bei den Begründern der Operette Jacques Offenbach und Franz von Suppé, „als die Operette noch als frisch, frech und respektlos galt“. So wird beispielsweise das Fliegenduett aus „Orpheus und der Unterwelt“ gespielt oder die Ouvertüre zur „Leichten Kavallerie“. Aus „Die lustige Witwe“ wird der Weibermarsch erklingen, aus „Land des Lächelns“ das Stück „Freunde, das Leben ist lebenswert“. „Das Ende werden als kleinen Gruß in Richtung Oper ausklingen lassen und etwas aus der Fledermaus spielen“, sagt Pfund. Im Ausland, so betont die mehrfach ausgezeichnete Dirigentin, werde „Die Fledermaus“ nicht als Operette, sondern als Oper bezeichnet. Die Begründung liefert sie prompt: „Da sind gepfeffert schwere Partien dabei, die bei unserem Abend die beiden Solisten Katja Bördner und Tobias Haaks aus Bremerhaven singen werden.“ Paul Linke, der für die Berliner Operette stehe, werde ebenfalls an dem Abend der Operetten zu hören sein, verspricht Pfund.

Für die Musical-Gala am 16. Juli ab 18 Uhr gelang es, Solisten, die Gesangsklasse und den Pops-Chor der Lübecker Musikhochschule zu gewinnen. „Ich freue mich sehr, dass diese Kooperation zustande gekommen ist“, sagt Romely Pfund. Musical-Freunde werden auf ihre Kosten kommen: Es werden Songs aus „Hair“, „Die Schöne und das Biest“, My fair Lady“, „Der Glöckner von Notre Dame“, „Evita“ oder „Wicked“ zu hören sein. „Das wird ein Streifzug durch die Welt der Musicals – zeitlich sowie lokal – von den Anfängen mit Richard Rogers über die Städte London, New York, Paris“, sagt Romely Pfund. Für alle Veranstaltungen sind noch Karten zu haben.

„Wir liegen pünktlich zu Probenbeginn über 50 Prozent. Das ist ein gutes Polster, das wollten wir erreichen“, sagt Geschäftsführerin Sabine Kuhnert. „Wir setzen auf die Operette, deshalb zeigen wir sie auch elf mal“, so Kuhnert. Auch in der vergangenen Saison sei der Kartenverkauf bei mehr Stücken im Programm gleich gelaufen. Der verregnete Sommer hatte sich jedoch in der Abendkasse widergespiegelt.

Neben ihrer Dirigententätigkeit genieße Romely Pfund die Arbeit mit den Chorsängern. „Das Besondere hier ist ja, dass der Chor auch zu einem großen Teil aus Eutin stammt“, so Pfund. Zwischen 30 und 40 Mitglieder – je nach Veranstaltung – hat der Chor der Festspiele in diesem Jahr.

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erstellt am 30.Mai.2017 | 00:52 Uhr

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