Besonderer Termin zur Hochzeit 2015 : Eutin sagt „Ja“: 18 Paare heiraten am 15.5.15

Jan und Kimberly Wigger aus Gleschendorf heirateten im Eutiner Schloss.
Jan und Kimberly Wigger aus Gleschendorf heirateten im Eutiner Schloss.

Im Halbstundentakt läuten die Hochzeitsglocken. Bleibt nur noch die Frage: Wer nimmt welchen Namen an?

shz.de von
15. Mai 2015, 13:16 Uhr

Eutin | In Eutin (Kreis Ostholstein) läuten am Freitag die Hochzeitsglocken am laufenden Band: Gleich 18 Paare geben sich das Ja-Wort. Der Grund für den Hochzeits-Marathon ist das besondere (und leicht zu merkende) Datum, der 15.5.15.

Am 14.4.14 heirateten hingegen nur drei Paare. „Das war allerdings auch ein Montag“, heißt es aus dem Standesamt. Der 15.5.15 fällt auf einen beliebteren Hochzeitstag. Freitags wird am häufigsten geheiratet. Und einen Tag nach Himmelfahrt haben viele Gäste gerne einen freien Tag genommen.

Um den Terminwunsch der Hochzeitspaare zu erfüllen, wird trauen die Standesbeamten die Verliebten an drei verschiedenen Orten in der Stadt. Im Stundentakt wird im Eutiner Schloss im Strack- und Turmzimmer geheiratet (acht Trauungen). Im Halbstundentakt sagen die Paare im Trauzimmer des Rathauses „Ja“ (zehn Trauungen).

Jan und Kimerbly Wigger (Foto) entschieden sich für das Eutiner Schloss als Hochzeits-Location. Bei der Frage des Nachnamens einigte sich das Brautpaar auf Jans Nachnamen. Damit liegen sie voll im Trend. Doch der Anteil an Eheschließungen steigt, bei denen der Mann den Namen seiner Frau annimmt. In Lübeck etwa verdoppelte sich der Anteil vom Jahr 2000 bis 2014. In Itzehoe entschieden sich im vergangenen Jahr 15 Prozent der Männer für den Namen der Frau, gegenüber sieben Prozent im Jahr 2009.

Der Anteil der Eheschließungen, bei denen ein Partner einen Doppelnamen annimmt, blieb dagegen fast gleich und entfällt fast ausschließlich auf Frauen. „Männer sind immer mehr gewillt, den Namen der Frau anzunehmen“, beobachtet auch Gabriele Rodríguez, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Namenkundlichen Zentrum der Universität Leipzig. Die Gründe seien vielfältig: Der Mann hat einen sehr häufig vorkommenden Namen, sein Name gefällt ihm nicht, der Name der Frau klingt besser, hat ein höheres Ansehen oder ist „vom Aussterben bedroht“. Dass Männer ihren Namen abgeben, sei wie auch die häufiger von Vätern genommene Elternzeit generell ein Zeichen dafür, „dass Männer nicht mehr dieses traditionelle Denken haben“ und „den ursprünglich alleinigen Part der Frau mit übernehmen“.

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