Eutin: Keine Mehrheit für neues Schulzentrum

Platznot an Grund- und Gemeinschaftsschule / Schulausschuss will im Bestand sanieren

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21. September 2017, 00:49 Uhr

Es ist die Gretchenfrage der Stadt Eutin – nicht erst seit Dienstagabend: Braucht und baut Eutin ein neues Schulzentrum oder soll lieber an alten, stark sanierungsbedürftigen Gebäuden angebaut und ausgebessert werden? Angestoßen wurde die Diskussion im Schulausschuss von der SPD, die die Verwaltung in einem Antrag bitten wollte, geeignete Standorte für ein neues Schulzentrum zu finden. „Wir wollen nicht weiter Flickwerk betreiben, sondern eine zukunftsfähige moderne Schule haben“, sagte der Ausschussvorsitzende Hanjo Iwanowitsch (SPD).

Schon im Schulausschuss vor der Sommerpause zeichnete sich bei der Beratung der Raumbedarfsplanung der dreizügigen Grundschule am Standort Kleiner See und der vierzügigen Wisser-Schule ab, dass der beschlossene Mehrbedarf schwer an den derzeitigen Standorten zu realisieren ist (wir berichteten).

Die Frage, ob nicht noch einmal grundsätzlich über ein Schulzentrum, ähnlich modern wie Pönitz (knapp 7 Millionen) es gebaut hat oder Malente (13 bis 15 Millionen Euro) es plant, schien aus Sicht der SPD durchaus legitim, wenn allein die geschätzten Sanierungskosten für den Standort Kleiner See bei rund 9 Millionen liegen. Bei der CDU löste dies aber nur „Überraschung“ aus, wie Michael Kasch sagte. Er warf der SPD Augenwischerei vor: „Mit diesem Antrag gaukeln sie den Eltern vor, dass sie für das Raumproblem eine schnelle Lösung hätten, aber dem ist nicht so. Sie wissen selber, wie lange wir an der Feuerwehr geplant haben.“ Aus Sicht der CDU ist das nur ein Versuch, die Sporthalle zu verhindern.

Die Freien Wähler ergänzten in der Sitzung den Antrag und kamen mit der Idee, das Zentrum am Kleinen See zu bauen, der Schulbetrieb könne parallel laufen, die alten Gebäude nach dem Bezug der neuen abgerissen werden, schlug Ingrid Tech (FWE) vor. Ihr Mann Malte erklärte seine schon lange in der Schublade liegende Planung: „Der Sportplatz würde dann nicht in Richtung der Anwohner, sondern für diese schallgeschützter hinter dem Schulgebäude liegen in Richtung See.“ Doch um das Ergebnis vorweg zunehmen: Der Antrag der Freien Wähler wurde – Katja Behrends (SPD) hat es treffend formuliert: „nicht einmal beraten, obwohl er gute Ansätze enthält, weil es von Malte Tech ist“.

Andreas Otto meldete sich als betroffenes Elternteil dreier Kinder zu Wort: „Wie auch immer Sie sich mal entscheiden, geben sie bitte schnell Mittel frei, damit die Räume und die WC-Anlagen so saniert werden können, dass es menschenwürdig und nicht gesundheitsgefährdend ist.“

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