Tourismus : Eutin ist nun ein Luftkurort

Die Eutiner Luft tut gut – über das Prädikat Luftkurort freuen sich Stadtmanagerin Kerstin Stein-Schmidt, Dieter Holst und Per Köster.
Die Eutiner Luft tut gut – über das Prädikat Luftkurort freuen sich Stadtmanagerin Kerstin Stein-Schmidt, Dieter Holst und Per Köster.

Wirtschaftsminister Meyer verleiht der Kreisstadt neues Prädikat. Heilklima-Konzept ist zu den Akten gelegt.

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06. Dezember 2014, 14:00 Uhr

Die Wirtschaftsvereinigung Eutin (WVE) kann aufatmen: Mit der Verleihung des Prädikats „Luftkurort“ erfüllt Eutin auch in den nächsten zehn Jahren die Voraussetzung dafür, sonntags Geschäfte öffnen zu dürfen. Auch Stadtmanagerin Kerstin Stein-Schmidt reibt sich die Hände : „Mit dem Titel lässt sich immer noch gut werben.“

Wirtschaftsminister Reinhard Meyer hat die Stadt offiziell per Urkunde berechtigt, als Luftkurort zu firmieren und damit auch die Tourismusabgabe kassieren zu können. Bis zur Verleihung dieses Prädikats waren einige Hürden zu nehmen. Dazu gehörten eine bioklimatische Beurteilung und Langzeit-Messungen der Luftqualität. Dazu waren 2013 ganzjährig eine Messstation an der verkehrsreichen Elisabethstraße, eine zweite am ruhigen See beim Seglerverein installiert.

Deren Aufzeichnungen wurden wöchentlich an den Deutschen Wetterdienst nach Freiburg übermittelt – mit dem Ergebnis, dass die zulässigen Höchstwerte für Grob- und Feinstaub sowie Pollen und Stickstoffdioxid durchweg dauerhaft unterschritten wurden. Das Gesamturteil des Wetterdienstes: „Eutin erfüllt die lufthygienischen Voraussetzungen als Luftkurort mit der Heilanzeige Atemwegserkrankungen.“

Dieses langwierige Anerkennungsverfahren verursachte rund 10 000 Euro Gesamtkosten. Per Köster, Geschäftsführer der Eutin GmbH, zeigte sich zufrieden mit diesem „Gütesiegel“, das auch Bosau und Plön tragen. Touristisch spiele dies zwar nicht mehr die große Rolle, doch sei der Aufwand weiterhin vertretbar.

Bürgervorsteher Dieter Holst hatte in seiner beruflichen Tätigkeit im Rathaus vor 20 Jahren noch daran mitgewirkt, Eutin als heilklimatischen Kurort groß herauszubringen. Doch die wirtschaftlich damit verbundenen Hoffnungen hätten sich nicht erfüllt, zeigte er Verständnis dafür, dass die Stadtvertreter 2011 Abschied von dem strukturell nicht mehr passendem Heilklima-Konzept nahmen und die Umstufung als Luftkurort favorisierten.

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