Eutin ist für Circus Krone bereit

Jana Mandana ist die „Cirkusprinzessin“. im aktuellen Winterprogramm präsentiert sie eine Pferdeshow.
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Jana Mandana ist die „Cirkusprinzessin“. im aktuellen Winterprogramm präsentiert sie eine Pferdeshow.

Der Münchner Zirkus soll auf dem hinteren Teil des Gewerbegebietes ausreichend Platz für seine Zelt- und Wagenstadt finden

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09. Januar 2015, 14:41 Uhr

Es gibt noch keine Verträge, aber Eutin ist gerüstet für ein Gastspiel des Münchener Zirkusunternehmens Krone im Sommer: Wie der OHA erfuhr, hat die Entwicklungsgesellschaft Ostholstein (Egoh) die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass der Circus Krone im Sommer nach Eutin kommen kann.

Als Standort ist, wie Dieter Lanken von der Egoh sagte, der Teil des Gewerbegebietes zwischen Bahnlinie und Panzerverladegleis der Rettberg-Kaserne vorgesehen. Auf dieser Fläche soll ein Parkplatz für die Landesgartenschau 2016 hergerichtet werden. Lanken: „Mit der Landesgartenschau-Gesellschaft ist abgesprochen, dass es keine Bauarbeiten gibt, während der Zirkus in Eutin ist. Und als Zeitraum dafür nehmen wir die Sommerferien 2015 an.“ Einen konkreten Termin gibt es noch nicht. Zurzeit
ist der zuständige Krone-Geschäftsführer noch in Urlaub.

Die von Albert-Einstein-Straße und Marie-Curie-Straße begrenzte unbebaute Fläche in dem Gewerbegebiet sei für den Zirkus mit einem Platzbedarf von drei Hektar ausreichend. Und ausreichend Parkflächen stünden im Umfeld auch bereit.

Die Tatsache, dass der Circus Krone nach Eutin kommen will, hatte der OHA bereits am 31. Dezember gemeldet. Ein entsprechender Hinweis auf der Facebook-Seite des OHA hate dabei eine ungewöhnlich intensive und lange Debatte über den Einsatz von Tieren in Zirkussen ausgelöst.

Ein Teil von Kommentatoren lehnte den Einsatz von Tieren wie Elefanten oder Löwen in Zirkusbetrieben kategorisch ab nach dem Motto „tiergerecht ist nur die Freiheit“. Andere verwiesen auf die Tatsache, dass es Tieren im Zirkus Krone mindestens so gut gehe wie in einen Zoo.

Bemerkenswert war, dass sich ein Mitarbeiter des Unternehmens mit einem „offenen Brief an meine Mitbürger“ in die Diskussion eingeschaltet hat: Pietro Bento, Exotenstallmeister und Einlass-Chef des Circus’ Krone. Hier sein Schreiben in Auszügen:

„Ich arbeite mit Tieren und lebe in einem Circus. Seit ich ein Kind bin, wurde mir beigebracht, Tiere mit Respekt zu behandeln. Ich habe keine Vorstrafen, bin nie negativ aufgefallen und bezahle seit 20 Jahren ordnungsgemäß meine Steuern. Ich verfüge über eine abgeschlossene Schulausbildung, habe sogar ein Fernstudium absolviert und gelte als Experte in Fachkreisen (in meinem Berufsfeld).

Fast 30 Mal pro Jahr werden meine Tiere durch behördliche Amtstierärzte und Veterinäre kontrolliert. Noch nie wurden Mißstände festgestellt. Ich werde sogar vom staatlichen Veterinäramt München als Fachexperte vermittelt. Obwohl ich einen Fachkundenachweis habe, der jährlich durch Schulungen und Seminare erweitert werden muss, bezeichnet man mich als Tierquäler und schlimmeres. Ich werde als ungebildet und dumm hingestellt von Personen, die nie beruflich mit Tieren zu tun hatten. Sie predigen ,Freiheit für Tiere‘ und halten ihre eigenen ,Haus‘tiere in zu kleinen Wohnungen, mit zu wenig Auslauf oder Beschäftigung.

Ich werde von fremden Menschen beschimpft, beleidigt und diskriminiert. Selbst kleine Kinder werden von ihren Eltern genötigt, Schilder mit Beschimpfungen hoch zu halten. Diese Art von Verleumdung, Hetze und Verfolgung kenne ich eigentlich nur aus der Geschichte und hat nichts mit dem wahren Charakter des Tierschutzes zu tun.“

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