Radiergummi-Affäre : Eutin hat das Geld erstattet bekommen

Die Versicherung erkennt Schadensfall an und gleicht 32.000-Euro-Fehlzahlung aus.

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09. Dezember 2009, 11:52 Uhr

Eutin | Der Spott am "Schlafwagen im Rathaus" wird bleiben, der materielle Schaden aber wurde nahezu ausgeglichen: Die Eutiner Stadtkasse hat nach OHA-Informationen von einer Versicherung 31.500 Euro überwiesen bekommen. Damit ist die lachhaft überdimensionierte Auszahlung von 32.000 Euro, die im Rathaus für eine 32 Euro betragende Rechnung für Büromaterial angewiesen wurde, wett gemacht.

Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz hatte sich Ende Oktober trotz aller Zerknirschtheit gleich optimistisch gezeigt, dass der Stadt durch das peinliche Zahlungsversehen in seiner Verwaltung finanziell kein dauerhafter Schaden entstehen würde. Vermutungen, dass sich die Rückzahlung des Geldes in den Schlingen von Insolvenzverfahren und juristischen Spitzfindigkeiten bis zum St. Nimmerleinstag hinziehen könnte, hatte er als "dumm Tüch" abgekanzelt.
Die Stadt hat in der Schadenssache Strafantrag gestellt
Nach OHA-Information hat sich die Allianz, bei der die Stadt eine Eigenschaden-Versicherung unterhält, jetzt zur Regelung des Falles bereiterklärt. Inwieweit die Versicherung sich ihrerseits an den Empfängern der städtischen Überzahlung schadlos halten kann, ist noch offen. Die Stadt hat in der Schadenssache Strafantrag gestellt und bei Insolvenzverwaltern entsprechende Ansprüche geltend gemacht; diese Forderungen sollen weiter verfolgt werden.

Wie berichetet, hatte die Stadt auf die 32-Euro-Rechnung eines Eutiner Büromaterialgeschäftes den tausendfach höheren Betrag überwiesen. Das Geld landete auf dem vom Ladeninhaber in der Rechnung angebenen Konto seines Bruders. Der nutzte den unverhofften Geldsegen zum Begleichen von Schulden; für die Geschäfte beider Brüder laufen Insolvenzverfahren.

Welche Folgen die bundesweit belachte Überweisungspanne für die beteiligten Mitarbeiter der Stadtverwaltung hat, soll intern dienstrechtlich bewertet werden. Darüber werde öffentlich nichts zu hören sein, heißt es im Rathaus.

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