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Eutin feiert 25 Jahre mit Putbus – Mauerfall bedeutender als 3. Oktober

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Welche Bedeutung hat der 3. Oktober als Feiertag eigentlich 25 Jahre nach der Einheitsfeier? Der OHA hat sich in der Eutiner Innenstadt umgehört.

Ich habe damals nichts mitgekriegt von der Wiedervereinigung, ich war zu klein“, sagt Michael Duus (31) aus der Stadtverwaltung. Klar gebe es heute mehr Bundesländer, aber sonst habe sich für ihn durch den Staatsakt am 3. Oktober nichts verändert. „Wichtig wäre nach so langer Zeit eine faire Behandlung auf beiden Seiten. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit.“

Sehr wichtig ist der Tag für Annette Kähler (48) und ihre Familie: „Hätte es den Mauerfall und die Wiedervereinigung nicht gegeben, wäre ich jetzt nicht in Malente und hätte meinen Mann wahrscheinlich nie kennengelernt.“ Für die einstige Schwerinerin ist allerdings der Tag des Mauerfalls wesentlich bedeutsamer als der 3. Oktober, „da fing schließlich alles an“.

Eutins Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz sieht das ähnlich. Er hat
damals total übermüdet nach einem Aufenthalt in London nachts
am Bildschirm verfolgt, was sich draußen an den Grenzen abspielte. „Am nächsten Tag bin ich wach geworden und habe dann draußen miterlebt, was ich in der Nacht verschlafen hatte. So viel positive Stimmung und Freude.“ Für seine Mutter sei damals nach langer Zeit endlich wieder der Kontakt zu den Brüdern möglich geworden, die in der damaligen DDR gearbeitet hatten. „Ich bin sehr dankbar, dass ich die Wiedervereinigung miterleben durfte“, sagt Schulz.

Bürgervorsteher Dieter Holst freut sich morgen auf das Zusammentreffen mit den Städtepartnern aus Putbus. „Seit 25 Jahren pflegen wir diese Partnerschaft und wir werden so für uns auch die Wiedervereinigung feiern“, so Holst.

Allen Grund zum Feiern  hat morgen Sönke Meyer. Die deutsche Teilung kennt der noch 24-Jährige, der Erzieher im Montessori-Kindergarten und Mannschaftskapitän der Fußballer von Eutin 08 ist, nur aus
Geschichtsbüchern, denn
er wurde am 3. Oktober 1990 geboren. „Die Vereinigung tut Deutschland gut“, sagt er. Der Fußball
verbinde die Menschen, unabhängig von der Herkunft. Übrigens: Seine Freundin kommt aus den neuen Bundesländern.

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erstellt am 01.Okt.2015 | 14:08 Uhr

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