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ADFC-Test Fahrradklima : Eutin fährt immer noch hinterher

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Bei einer bundesweiten Umfrage zur Fahrradfreundlichkeit gehört die Rosenstadt unverändert zu den nationalen Schlusslichtern.

Macht das Radfahren in der Stadt Spaß? Werden im Winter die Radwege geräumt? Gibt es häufig Konflikte mit Fußgängern oder Autofahrern? Insgesamt 27 Fragen hat der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) in seinem neuen bundesweiten Fahrradklima-Test gestellt.

Das Zeugnis für Eutin fällt nach zwei Jahren erneut dürftig aus: Mit der unverändert schlechten Gesamtnote 4,3 belegt die Stadt unter 292 Kommunen vergleichbarer Größe in Deutschland nur den 277. Rang. Von 21 Städten mit weniger als 50  000 Einwohnern in Schleswig-Holstein, in denen mindestens 50 Teilnehmer für die Umfrage zusammen kamen, belegt die Rosenstadt den 19. Platz. Nur Bad Segeberg und Pinneberg wurden noch schlechter zensiert.

Die einzig sichtbare Verbesserung: Vor zwei Jahren war Eutin auf Rang 20. Auch da bildete Pinneberg schon das Schlusslicht im Lande.

Bei der jüngsten Umfrage hatten in Eutin 122 Radfahrer mitgemacht, doppelt so viele wie vor zwei Jahren. Zu den schlecht benoteten Aspekten zählen die Verkehrsführung an Baustellen, die Qualität der Radwege insgesamt (Breite, Oberfläche, Anzahl und der Winterdienst), außerdem wird das Fehlen von Einbahnstraßen bemängelt, die für Radfahrer in Gegenrichtung frei gegeben sind.

Bernd Rubelt ist nicht überrascht, dass sich die Noten nicht verbessert haben: „Wir haben ja noch nicht viel umgesetzt, was wir in Planung oder auch schon beschlossen haben“, sagte der Leiter des Eutiner Bauamtes. In den kommenden zwei Jahren werde es eine Fülle an Maßnahmen für den Weg zu einer fahrradfreundlichen Stadt geben. Dazu gehörten Baumaßnahmen der Innenstadtsanierung, aber auch im Zug der Landesgartenschau würden Radwege verbessert. Die Chancen, dass die Noten der Radfahrer für Eutin in zwei Jahren sehr viel besser ausfielen, stünden also nicht schlecht.

So optimistisch ist Jens Rose-Zeuner, Sprecher der Initiative „Fahrradfreundliches Eutin“, nicht. Nach seiner Überzeugung tragen nicht nur fehlende bauliche Maßnahmen zum fahrradunfreundlichen Klima in der Stadt bei, sondern auch ein immer noch unzureichender Stellenwert der Radfahrer in der Verwaltung. Als Beispiel nennt er eine seit Wochen fehlende Rad- und Fußwegmarkierung an der Einmündung der Hospitalstraße: „Eigentlich dürfte die Straße so gar nicht für den Verkehr freigegeben werden.“ Und er erzählt ein Beispiel von einem Werbeschild eines Unternehmens an der Elisabethstraße, das Autofahrern beim Verlassen des Geländes den Blick auf Radfahrer verstellt habe. Zwei Jahre lang sei trotz mehrfacher Hinweise an die Verwaltung nichts geschehen. Dann habe der Mobilitätsbeirat einen höflichen Brief an das Unternehmen geschickt, und nach wenigen Tagen
sei das Schild durch die Firma abgebaut worden. Rose-Zeuner: „Fahrradfreundlichkeit muss auch in den Köpfen und beim Handeln der Verwaltung Einzug halten. Sonst wird es auf absehbare Zeit keine besseren Noten geben.“

 


> Alles zum ADFC-Fahrradklima-Test 2014 im Internet auf www.adfc.de

 

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erstellt am 23.Feb.2015 | 14:02 Uhr

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