Eutin erhält neues Baugebiet – Knicks werden ersetzt

Ab 2018 könnten auf der Wiese die ersten der 65 neuen Grundstücke bebaut sein. Der Sichtschutz zur Anny-Trapp-Straße und zur Raboldesburg bleibt erhalten.
Foto:
1 von 2
Ab 2018 könnten auf der Wiese die ersten der 65 neuen Grundstücke bebaut sein. Der Sichtschutz zur Anny-Trapp-Straße und zur Raboldesburg bleibt erhalten.

shz.de von
04. März 2017, 00:16 Uhr

Der lang diskutierte
B-Plan 119 in Neudorf für das neue Baugebiet nimmt Form an: Der Stadtentwicklungsausschuss entschied mehrheitlich in seiner Sitzung am Donnerstagabend die Aufstellung des B-Planes sowie die erneute Auslegung für zwei Wochen.

Nach Einschätzung der Bauverwaltung kann der Satzungsbeschluss für das Gebiet in der Stadtvertretung Ende Juni rechtskräftig werden und danach die Erschließung durch die Firma Nordiska erfolgen. Die fast sechs Hektar große Fläche wird räumlich begrenzt durch die Straße Blaue Lehmkuhle im Norden, der Anny-Trapp-Straße im Osten, der Straße Raboldesburg im Süden und der Beuthiner Straße im Westen. Auf der derzeitigen Hundeauslaufwiese der angrenzenden Wohngebiete sollen künftig bis zu 65 Baugrundstücke (für Einzelhäuser und zum Teil Doppelhäuser) entstehen. In vorangegangenen Planungen war die Dichte deutlich höher, die Grundstücke kleiner. Jedes Grundstück soll nun aber eine Mindestgröße von 550 Quadratmetern haben. Auch was die Kreativität der Architekt und Häuslebauer angeht, hat die Stadt im Einvernehmen mit dem Ausschuss klare Festlegungen getroffen, um – wie der Ausschussvorsitzende Heiko Godow (CDU) betonte – „nicht noch einmal böse Überraschungen zu erleben“. Eine zweigeschossige Stadtvilla, wie eine Interessentin in der Einwohnerfragestunde wissen wollte, ist nicht zulässig. Erlaubt ist eine eingeschossige Bauweise, heißt: ein Vollgeschoss und ein ausgebautes Dachgeschoss. Die Häuser dürfen nicht höher als neun Meter sein, die Traufhöhe nicht über vier Meter liegen. Auch ein Flachdach mit Gründach oder ein Pultdach sind nach Auskunft des Bauamtes nicht erlaubt. Der Vorstoß der Grünen, dort ein Blockheizkraftwerk mit festzusetzen, scheiterte aus juristischen Gründen. Godow: „Wir können in einem Gebiet keinen Anschlusszwang verhängen.“

Der lange Knick, der derzeit noch quer über die Wiese verläuft, wird komplett ersetzt. Der Knick der derzeit Sichtschutz zur Straße Raboldesburg bietet, bleibt als Knick bestehen und erfährt durch eine unbebaubare Zehn-Meter-Grenze zusätzlichen Schutz. Der Knick, der östlich Sichtschutz zur Bebauung Anny-Trapp bietet, verliert seinen Knick-Status, ist laut Susanne Stange vom zuständigen Fachdienst als Gehölzstreifen festgesetzt und darf nicht abgerissen werden. „Insgesamt sind 700 Meter Knick auszugleichen“, sagte Stange. Rund 200 Meter werden in Weddeln neu angelegt, der Rest im Dodauer Forst. Die Grünen enthielten sich bei der Abstimmung und hatten im Vorfeld Bedenken wegen des Knickausgleiches geäußert. Godow: „Wenn wir den Knick im Osten opfern, um ihn dort zu bauen, wo er wirklich seine Funktion erfüllt, halte ich das für sinnvoller.“ Dabei sieht die Planung laut Stange vor, dass der Knick als Gehölzstreifen bestehen bleibt, die große Eiche ebenfalls Bestandsschutz hat.

zur Startseite

Kommentare

Leserkommentare anzeigen