Eutiner Stadtsanierung : „Eutin erfindet sich neu“

Hans-Georg Westphal (li) bedankt sich für den Förderbescheid bei Verkehrsminister Reinhard Meyer (re). Auch Landrat Reinhard Sager war beim ersten Spatenstich dabei.
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Hans-Georg Westphal (li) bedankt sich für den Förderbescheid bei Verkehrsminister Reinhard Meyer (re). Auch Landrat Reinhard Sager war beim ersten Spatenstich dabei.

Aufbruchstimmung: Zahlreiche Gäste kamen zum Start der Stadtsanierung. Das Land fördert das Projekt mit 1,96 Millionen Euro.

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06. Juni 2015, 12:00 Uhr

Staub, Lärm, gesperrte Straßen. „Nicht noch eine Baustelle“, mag manch Eutiner denken, der dieser Tage die Bahnhofstraße passierte. Dass es sich hierbei nicht um „noch eine Baustelle“, sondern den Anfang der Stadtsanierung handelt, machten Stadtvertreter, Verkehrsminister Reinhard Meyer und Landtagsabgeordnete gestern Morgen am Bahnhofsvorplatz deutlich.

„Es ist ein besonderer Tag, denn heute wird ein entscheidender Schritt getan. Eutin erfindet sich neu“, sagte Bürgervorsteher Dieter Holst zur Begrüßung der offiziellen Gäste. Die Stadtsanierung sei für Eutin eine einzigartige Chance. Holst erinnerte daran, dass es die Bahnlinie seit 1866 in Eutin gibt. Damals siedelten sich Gewerbe und Industrie in direkter Nachbarschaft an, denn Häuser habe es bis zur Albert-Mahlstedt-Straße nicht gegeben. Das Vieh wurde unter der Brücke der heutigen Plöner Straße verladen und am Gleis 1 ging es zum Saatbau Eutin – „wo es immer frische Kartoffeln gab“. Holst: „Heute gibt es keine Verbindung mehr nach Neustadt und Lütjenburg, kein Gewerbe und keine Industrie in direkter Nachbarschaft, keinen Kontrolleur am Gleis. Wir haben uns immer schon verändert, und ich bin überzeugt, dass die Akzeptanz der Bürger während der Bauzeit weiter steigen wird.“

Es gehe bei der Landesgartenschau nicht um „irgendeine Blumenausstellung“, sagte Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD). „Hier erlebt man aktive Stadtentwicklung. 20 Millionen Euro sind als Gesamtinvestitionssumme geplant – erlebbar und spürbar für alle Eutiner.“

Die Neugestaltung des Bahnhofvorplatzes ist mit zwei Millionen Euro beziffert und soll bis zur LGS fertig sein, um einen schönen ersten Eindruck Eutins schon beim Aussteigen aus dem Zug zu vermitteln. Inklusive Neugestaltung des ZOB (2017) soll die Gesamtmaßnahme rund vier Millionen Euro kosten. Meyer brachte gestern 1,96 Millionen Euro Fördermittel vom Land mit. Ob zusätzlich noch finanzielle Unterstützung für die 200 geplanten Fahrradstellplätze möglich sei, blieb offen. „Wir müssen wir nochmal sehen, wie wir das machen“, sagte Meyer bei der Übergabe. Denn momentan sei ungewiss, ob es nach 2019 weitere Mittel vom Bund nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz gebe.

Ein Bahnhof, so Meyer, sei immer auch ein Schaufenster, „die erste Visitenkarte“ der Stadt. „Eutin ist einer der schönsten Plätze in Deutschland. Diese Maßnahme ist nicht nur für die Stadt selbst, sondern für den Tourismus und die Landesgartenschau von enormer Bedeutung.“

Das bestätigte auch Bernd Rubelt – Bauamtsleiter und LGS-Geschäftsführer: „Wir haben in den vergangenen dreieinhalb Jahren viel bewegt, geplant und ermittelt, und vieles der Planungen wird aktuell schon umgesetzt.“ Eutin dürfe das Ziel nicht aus den Augen verlieren, appellierten Rubelt und Holst: „Die Bürger sind und werden eingebunden, aber irgendwann müssen auch einmal Entscheidungen getroffen werden, die nicht immer von allen getragen werden.“

Dass die Stadt das Ziel im Auge habe, mache – bezogen auf den Bahnhofsvorplatz – der Kauf des Bahnhofgeländes deutlich. Rubelt: „2013 haben wir das Gebäude gekauft, 2014 geplant, und jetzt beginnen die Bauarbeiten.“

Wird auch das marode Gebäude verschönert? Rubelt: „Wir werden Renovierungsarbeiten leisten, Streichen, uns die Fenster anschauen und den Innenraum aufhübschen.“

Vor dem Gebäude haben die Arbeiten für die technische Infrastruktur begonnen. Die Stadtwerke legen neue Leitungen, die Stadtentwässerung wird erneuert. Dies dauert laut Bauamt bis Mitte Juli. Im August/September sollen dann die neuen Bodenbeläge aus Naturstein zu sehen sein, die Besucher intuitiv in Richtung Innenstadt leiten. Die Straße Am Mühlenberg samt Treppenanlage zur oberen Peterstraße wird ebenso wie der Durchgang umgestaltet werden. Planer Philipp Haggeney betonte die Größe des Gesamtprojektes: „Wir stehen hier erst am Beginn einer Maßnahme, und es werden noch zahlreiche weitere beginnen.“







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