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Landesgartenschau 2016 : „Eutin braucht diese Chance“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Publikum und Podium diskutierten die Stärken und Schwächen der Gartenschau 2016.

Die Landesgartenschau (LGS) war der erste der drei Themenkomplexe, die im Zentrum der Podiumsdiskussion standen. Bernd Rubelt, Geschäftsführer der LGS-Gesellschaft, betonte, dass die Stadt „einen Wandel herbeiführen möchte“. Für Eutins Grüne sei es wiederum ein schwieriges Thema, erklärte Stadtvertreterin Christiane Balzer. „Wir begleiten das Ganze kritisch.“ Den geplanten Sandstrand im nördlichen Teil der LGS „hätten wir gerne verhindert“, so Balzer, das sei jedoch nicht gelungen. Dennoch „braucht Eutin diese Chance“, sagte Balzer über die LGS.

Regine Jepp, Sprecherin der Bürgergemeinschaft Eutin, betonte, dass die Tücke im Detail liege. „Es gibt noch eine Menge Klärungsbedarf.“ – In der Tat, denn aus dem Publikum meldete sich als erste Anke Montag mit ihren Bedenken zu Wort. Die Eutiner Lehrerin schlug vor, angesichts „weiter Wege einen weiteren Eingang zur LGS am Ehrenmal einzurichten“. Das Ganze löste Kopfschütteln bei Rubelt aus. „Eingänge kosten sehr viel Geld“, sagte der LGS-Geschäftsführer und sprach über Personalkosten für Kartenverkauf, Kontrollen und Bewachung. „Wir brauchen außerdem Eingänge, die funktionieren.“ Somit werde es bei den zwei geplanten Zugängen bleiben.

Im Zusammenhang mit den Eingängen schloss sich die Anmerkung von Jürgen Unger an, der in Frage stellte, ob die geplanten Drehtore von Radfahrern passiert werden könnten. Dabei stellte Rubelt klar, dass Radfahrer während der LGS keinen Zugang zum Gelände erhalten würden. Ebenso versagt sei der Zutritt für Besucher mit Hunden. Hier würden aber Möglichkeiten geprüft, die Tiere während des Besuches der LGS abgeben zu können, so Rubelt.

In Sachen Zugänglichkeit schob Jürgen Unger als Chef des Tennisclubs noch die Bedenken nach, dass die Eintrittspreise nicht angemessen seien, damit auch die Vereinsmitglieder ihre Sportstätten erreichen könnten. Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz entgegnete, dass den Sportvereinen bereits Sonderkonditionen eingeräumt würden. Veränderungen in der Preisgestaltung seien aber eine wirtschaftliche Betrachtungsweise, so Schulz. „Eutin müsste Subventionen beschließen“, damit die Eintrittspreise für Anlieger gesenkt werden könnten, so Schulz. Dazu müsse der politische Druck jedoch stärker sein, als er zurzeit sei.

Zum Nachdenken brachte Werner Möllers die LGS-Macher: „Warum gibt es keine Wochenkarten für Feriengäste?“, fragte der Eutiner Vermieter eines Ferienhauses. Schulterzucken auf dem Podium, bis Bürgermeister Schulz zustimmend nickte und antwortete: „Es ist nichts in Stein gemeißelt.“ Möllers wies auch auf einen weiteren für viele Touristen wichtigen Punkt hin: Die „Freischütz“ läuft verschiedene Haltepunkte an, die teilweise im Bereich der LGS liegen. „Wie verhält es sich mit dem Eintritt, wenn jemand nur eine Seerundfahrt machen möchte?“, wollte Möllers wissen. Rubelt antwortete, dass man noch mit der Betreiberin des Schiffes in Gesprächen sei.

Als wesentlicher Streitpunkt stellte sich der geplante Sandstrand im nördlichen Teil der LGS heraus. Ursula Jacobsen-Priefer sprach von einer „programmierten teuren Fehlplanung“, dass in Sichtweite zur Freibadeanstalt eine neue Badestelle entstehen könnte. Nachdem der Applaus weiter Teile des Publikums verklungen war, schränkte Bürgermeister Schulz ein, dass nur ein Sandstrand geplant sei. „Wir wollen den Seepark mit Leben füllen“, so Schulz. Und Rubelt konterte in Sachen Konkurrenzsituation zur alten Badestelle: „Am Seepark wird auch schon heute gebadet. Und das wollen wir eigentlich unterbinden.“ Unterstützend war hier der Redebeitrag von Lydia Hübner zu sehen: Die Eutinerin brach eine Lanze für die junge Generation in Eutin – sie brauche altersgerechte Angebote in der Stadt wie die neue Badestelle.

Gegenwind kam von Dr. Helgo Klein (Foto): „Den Badestrand kann man sich sparen. Es wird immer alles teurer als geplant“, sagte der Eutiner und warnte gleichzeitig – unter dem Beifall vieler Anwesenden – vor
einem Schuldenloch, für das der Bürger später aufkommen müsse. Rubelt wies die Ansichten als „möglicherweise populistisch“ zurück und erklärte, dass die LGS sich selber tragen soll: „Die Rahmenbedingungen sind gut. Wir machen eine wirtschaftliche Landesgartenschau.“

Auch über den Tellerrand – pardon: über die Uferpromenade – wurde geblickt. Rainer Hamer (Foto) brachte die Fasaneninsel ins Spiel. „Kann man da hin oder nicht?“, fragte der Eutiner auf Plattdeutsch die Anwesenden auf dem Podium. Bürgermeister Schulz entgegnete, dass viele rechtliche Rahmenbedingungen noch nicht geklärt seien. Und Rubelt ergänzte: „Die Insel hat keine Rolle bei den Planungen für die LGS gespielt, liegt aber im Sanierungsgebiet.“

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erstellt am 31.Okt.2014 | 13:38 Uhr

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