Kreisbauernverband Ostholstein-Lübeck : "Es wird schwer ohne eine Verortung"

Der neue Vorstand des Kreisbauernverbandes: Vorsitzender Klaus-Dieter Blanck (vorne), seine Stellvertreter Jan-Wilhelm Schmidt (links) und Lutz Schlünzen zur Seite, im Hintergrund die Beisitzer (von links) Heinrich Mougin, Jens Alpers, Klaus Pritschau und Olaf Stammer.
Der neue Vorstand des Kreisbauernverbandes: Vorsitzender Klaus-Dieter Blanck (vorne), seine Stellvertreter Jan-Wilhelm Schmidt (links) und Lutz Schlünzen zur Seite, im Hintergrund die Beisitzer (von links) Heinrich Mougin, Jens Alpers, Klaus Pritschau und Olaf Stammer.

Es ist kein Generationswechsel. Dennoch: Ein neues Gesicht repräsentiert den Kreisbauernverband Ostholstein-Lübeck.

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17. Dezember 2012, 12:24 Uhr

Neustadt | Der Kreishauptausschuss des Verbandes hat Freitagabend - wie kurz berichtet - den 61-jährigen Klaus-Dieter Blanck von Fehmarn zum neuen Vorsitzenden gewählt. Heinrich Kröger aus Wulfsdorf ist zwar nur zwei Jahre älter, durfte aber nach einer in der Satzung festgelegten Altersgrenze nicht mehr für eine neue fünfjährige Amtszeit kandidieren.

Mit dem ebenso wortgewandten Blanck wird es im Verband keine revolutionären Neuerungen geben, aber der Diplom-Landwirt aus Bojendorf machte vor 22 Mitgliedern des Hauptausschusses am Freitagabend deutlich, dass ihm ein Ziel sehr am Herzen liege: Eine stärkere Vernetzung der Bauern mit allen anderen Akteuren im ländlichen Raum. Die Zahl der Landwirte werde immer kleiner, und sie könnten nicht mehr automatisch mit der Sympathie der Bevölkerung auf dem Land rechnen, stellte Blanck fest: "Ohne Verortung vor Ort wird es für uns immer schwerer. Wir sind auf Verständnis angewiesen, wenn es zum Beispiel um Geruch oder Straßenmatsch geht."
Offene, sachliche Diskussion

Blanck appellierte an seine Kollegen, sich ehrenamtlich in gesellschaftlichen Bereichen außerhalb der Landwirtschaft zu engagieren, und eine Abfrage unter den Hauptausschuss-Mitgliedern, wer in welchen Bereichen aktiv ist, machte deutlich, dass fast alle Bauern Verbindungen zur Jagd haben, aber nur ganz wenig, die in einem unabhängigen Naturschutzverband organisiert sind. Und genau mit denen wolle Blanck in Dialog treten, Vertreter anderer Verbände zu Sitzungen und Gesprächen einladen. Eine offene, sachliche Diskussion wünsche er sich auch innerhalb des Kreisbauernverbandes, betonte Blanck.

Seinem Vorgänger Heinrich Kröger bescheinigte Blanck, ein "unruhiger Geist" zu sein, den man gerne eine weitere Amtsperiode "ertragen" hätte, wenn es nach der Satzung möglich gewesen wäre. Kröger sei immer bestens informiert über das aktuelle Marktgeschehen und habe die Interessen der Landwirtschaft mit viel Energie vertreten.
"Ich sehe manchmal wuschelig um den Kopf herum aus"

Klaus-Dieter Blanck machte auch noch deutlich, was zu seinen persönlichen Markenzeichen zählt: "Ich sehe manchmal wuschelig um den Kopf herum aus, Haareschneiden ist für mich verschwendete Zeit, ich trage nicht gern Schlips, und wenn ich in Arbeitsschuhen herumlaufe, bitte ich das nachzusehen, ich habe eine Knöchelverletzung, wegen der kann ich in anderen Schuhen kaum aufrecht laufen."

Die Wahl Blancks an die Spitze war Freitagabend nicht die einzige Änderung im Kreisvorstand. Wiedergewählt wurde der stellvertretende Kreisvorsitzende Jan-Wilhelm Schmidt (Lübeck), ebenfalls Stellvertreter wurde Lutz Schlünzen (Nienrade) als Nachfolger für den aus Altersgünden ausgeschiedenen Karsten Kratzmann (Döhnsdorf), als Beisitzer wiedergewählt wurde Klaus Pritschau (Stockelsdorf), neue Beisitzer wurden Heinrich Mougin Lenste, Jens Alpers (Neuratjensdorf) und Olaf Stammer (Bad Schwartau). Zu den ausgeschiedenen Beisitzern zählt Wolfgang Engel aus Malkwitz, der ebenfalls altersbedingt nicht mehr kandidieren durfte.

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