„Es wird ein Traum werden“

Mit rund 30  000 handgefertigten Ziegeln mauert derzeit eine Neustädter Firma die historische Klimamauer im Küchengarten nach.
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Mit rund 30 000 handgefertigten Ziegeln mauert derzeit eine Neustädter Firma die historische Klimamauer im Küchengarten nach.

Kathrin Pitzner zeigt Interessierten Baufortschritte im Schlossgarten / Bis 30. September muss alles fertig sein, dann übernimmt die LGS

shz.de von
31. Juli 2015, 12:56 Uhr

Neue Wege, dauerhaft bespielte Wasserfälle und ein revitalisierter Küchengarten mit Obstgehölzen von einst – der Schlossgarten offenbart schon jetzt sein neues Gesicht. Kathrin Pitzner von der Stiftung Schloss Eutin nutzte das Festival der Führungen im Schloss, um Interessierten erste Ergebnisse der Maßnahmen für insgesamt drei Millionen Euro Fördermittel bei einem Spaziergang zu zeigen.

Bevor es von der Südterrasse mit Blick auf den derzeit von Gänsen eroberten Garten los ging, erklärte sie den knapp zehn Teilnehmern den „klassischen Wegeaufbau“: Die Materialien der Wege sind alle aus Kreuzfeld. Die Tragschicht besteht aus kleinen Steinchen und Sand, die dynamische Schicht hat einen größeren Sandanteil, die Deckschicht einen hohen Lehmanteil, der durch die Abkieselung geschützt werden soll. Pitzner: „Diese Art der Wege ist zwar pflegeintensiver, hat aber den Vorteil, dass die Feuchtigkeit direkt in die untersten Schichten durchdringen kann und wir im Winter dann hoffentlich trockene Wege haben.“

Die Gäste staunten – auch, als der neue Weg sie durch die lang nicht mehr betretene Lindenallee führte. „Hier gab es viele Schlehbeeren, die in die Allee hinein wucherten. Die haben wir gerodet und Gras angepflanzt“, sagte Pitzner. Einzelne Bäume, die durch Wildsaat entstanden, wurden gefällt, neue dafür gepflanzt. Die Parkbänke, die künftig im Schlossgarten stehen, sind „keine Allerwelts-Parkbänke“, sondern die weißen, die derzeit im Schlossinnenhof und der Südterrasse stehen.

Der kleine Wasserfall unweit der Freilichtbühne wurde wiederhergestellt. Eine Kastanie hatte dort das Brückenlager zerstört und einzelne Steine mit ihren Wurzeln aus der Wand gedrückt. Die Brücke am kleinen Wasserfall ist eine von acht im gesamten Schlossgarten. „Fünf haben wir vollständig saniert, zwei repariert oder aufgehübscht“, sagte Pitzner. Auch der große Wasserfall soll künftig ganzjährig bespielt werden. „Möglich macht das ein komplett neues Entwässerungssystem mit Pumpwerk, das uns Wasser aus dem Großen Eutiner See für Wasserspiele und zum Gießen in den Küchengarten bringt.“

Der größte Fortschritt ist im Küchengarten zu sehen. Das Neuholländerhaus wurde zurück auf seine historische Form gebracht. Pitzner: „Das war ursprünglich als kleines Pendant zur Orangerie angelegt und das zeigen wir nun wieder.“ Glasanbau und Gauben seien erst in den 60er Jahren entstanden.

Eine Neustädter Firma mauert gerade mit handgestrichenen, extra für Eutin angefertigten Ziegeln die historische Klimamauer im Küchengarten nach. Dank des besonderen Kleinklimas, das dann herrschen soll, können empfindliche historische Sorten so wieder angebaut werden. Zum Verweilen laden neben roten Bänken im Küchengarten auch zwei geflochtene Baumstühle ein.

„Es wird ein Traum werden, wenn erstmal alles fertig ist“, sagte Pitzner. Knapp zwei Monate Zeit haben alle Gewerke noch. „Am 30. September läuft die Fördermaßnahme aus, am 1. Oktober übergeben wir den Schlossgarten an die LGS. Das schaffen wir auf jeden Fall.“


Baustellenführung heute 10.30 Uhr

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