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Ostholsteiner Anzeiger

19. August 2017 | 07:58 Uhr

Eutin : „Es werden alles kleine Premieren“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Von Cross-over bis italienische Oper: Festspiele stellen Details zu den vier Sonderveranstaltungen vor, die es in der nächsten Saison gibt

Wie kann es gelingen, mehr Menschen für die Eutiner Festspiele zu begeistern? Dass fragt sich nicht nur das Festspiele-Team, sondern das werden künftig auch Besucher gefragt, um das Marketing, dass derzeit auf den gesamten norddeutschen Raum begrenzt ist, entsprechend zu gestalten.

Die Antwort des kreativen Dreigestirns der Festspiele, bestehend aus der Intendantin Dominique Caron sowie Leo Siberski und Romely Pfund, gab es gestern in der Opernscheune: Neben elf Aufführungen der Fledermaus soll dem Publikum sowie dem Ensemble mit vier einzigartigen Sonderveranstaltungen ein breites Angebot gemacht werden. Siberski und Pfund – beides gelobte Dirigenten der vergangenen Saison – sind nicht „nur“ an der „Fledermaus“ beteiligt, sondern ebenso an den Sonderveranstaltungen. Romely Pfund wird in der nächsten Saison zusätzlich die Chorleitung übernehmen, verkündete Caron – „und es wird sehr anspruchsvoll für unseren Chor werden“.

Pfund gestaltet und moderiert die „Romantische Reise von Weber bis Wagner“ (am 15. Juli ab 20 Uhr): „Ich habe versucht, in meinem Programm auf Szenen zu setzen und nicht auf einfache Arien. Ich möchte mit den Zuschauern etwas verweilen in den Opern von Weber, Wagner, E.T.A. Hoffmann und anderen. “ Bisher habe sie weit mehr als 1200 Programme selbst geschrieben – und oft auch moderiert – so auch die Planung für die Eutiner Freilichtbühne.Pfund: „Es ist ein sehr schöner, direkter Umgang mit dem Publikum.“

Zwei Wochen später, am 28. Juli ab 20 Uhr, nimmt Pfund die Zuschauer mit in „Die wunderbare Welt der Operette“: „Bei der Auswahl der Stücke habe ich versucht die Entwicklung nachzuzeichnen. Von einer frechen Stimme, gegen alles etablierte einer Gesellschaft, bis hin zur lustigen Unterhaltung.“ Werke von Paul Lincke, dem Vater der Berliner Operette, sowie der Strauss’schen Familie werden an diesem Abend zu hören sein.

„Alle Sonderveranstaltungen werden mit dem Ensemble der Fledermaus bestritten und jede für sich wird wie eine kleine Premiere sein, eingebettet in unseren großen Teil des Sommers 2017“, betont Dominique Caron.

Das wohl gewagteste Werk präsentiert Leo Siberski am 12. August ab 20 Uhr: „Die Wolfsschlucht – ein Crossoverprojekt.“ „Ich möchte dem ‚Freischütz‘ zu mehr Zuspruch verhelfen und ihm auch einem anderen Publikum als sonst zugänglich machen“, sagt Siberski. Er setzt auf die Wolfsschlucht als Schlüsselszene aus dem Original, will aber dem grundsätzlich theatralischem Plot mehr Bedeutung beimessen: „Es geht um einen Menschen, der aus Liebe der dunklen Seite der Macht zum Opfer fällt. Das ist heute noch aktuell.“ Er wolle die weltlichen und übersinnlichen Kräfte an diesem Abend herausstellen – und mit neuen Text und teils neuen Melodien begeistern. „Es darf schocken und gern schaurig sein, aber es wird ein Freischütz schon für ab Zwölf- oder 14-Jährige“, so Siberski. Dominique Caron zeigt sich absolut begeistert von der Idee, „einen so modernen Blick auf Werke, die zu den Säulen der deutschen Oper gehören“, zu wagen. Solche Projekte können, wenn sie beim Publikum ankommen, ein wesentlicher Baustein für die Zukunft der Festspiele sein.

Caron selbst wird den Gala-Abend am 26. August als großen Abschluss der Festspiele-Saison 2017 moderieren: „Wir wollen nicht nur irgendwelche Ausschnitte aus Opern zeigen, sondern wahre Bonbons präsentieren.“ Es sollen nicht nur einzelne Arien der ganz großen italienischen Opern gezeigt werden – angefangen von Verdi über Donizetti bis hin zu Rossini – , sondern größere Ausschnitte. So kann nicht nur das Publikum besser in die jeweilige Oper eintauchen, sondern Chor und Künstler können sich auch präsentieren. Dass ihr und den Festspielen das Fördern junger Talente am Herzen liege, sei kein Geheimnis, so Caron. Sie sprach begeistert vom Maritim-Musikpreis am Wochenende in Timmendorfer Strand (Seite 14), bei dem Caron gleich drei „hervorragende Sänger, denen ich eine große Karriere voraussage“ für die Festspiel-Saison 2017 gewinnen konnte: Der Sieger Gihoon Kim (25, Bariton) aus Südkorea, der derzeit in Hannover an der Hochschule für Musik, Theater und Medien studiert sowie die beiden Finalisten Hyungseok Lee (28, Tenor) und Yannick Spanier (26, Bass). Caron: „Wir sind immer um exzellente Sänger bemüht und darum, neue Gesichter neben unseren Begleitern zu zeigen. Ich bin davon überzeugt, dass wir mit dem Gala-Abend einen Höhepunkt unserer Spielzeit haben.“ Die Kartenverkäufe, so Geschäftsführerin Sabine Kuhnert ohne Zahlen zu nennen, verheißen schon jetzt, dass das Programm beim Publikum ankommt.


Tickets von 18 bis 58 Euro (siehe Info-Kasten).

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von
erstellt am 13.Dez.2016 | 16:00 Uhr

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