„Es muss etwas getan werden“

Das Haus in der Weidestraße ist in einem schlechten Zustand: Im Erdgeschoss sind Schlichtwohnungen, im Obergeschoss sollen Flüchtlinge untergebracht werden.
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Das Haus in der Weidestraße ist in einem schlechten Zustand: Im Erdgeschoss sind Schlichtwohnungen, im Obergeschoss sollen Flüchtlinge untergebracht werden.

80 Flüchtlinge zusätzlich müssen in diesem Jahr in Eutin untergebracht werden / Politik diskutiert über die Wohnsituation

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12. Januar 2015, 14:19 Uhr

„Es muss endlich etwas getan werden“, forderte die SPD im jüngsten Bauausschuss und stellte den Antrag, die Wohnungen in der Weidestraße 24 mit einem finanziellen Aufwand von rund 25  000 Euro für Flüchtlinge herzurichten. Detlef Kloth: „Wir wollen damit die gemeinsame Unterbringung von Flüchtlingen und Obdachlosen am Lindenbruchredder entschärfen. Außerdem gehört das Haus zu den letzten Ackerbürgerhäusern in der Stadt und wir finden, das ist unbedingt erhaltenswert.“

Kathrin Pitzner bezeichnete das Haus als „energetischen Sündenfall“ und appellierte an das „soziale Gewissen der SPD“, dort keine Menschen unterzubringen. Pitzner: „Aus einem Gutachten von 2006 geht hervor, dass das Herrichten des Hauses eine Viertelmillion Euro kosten würde. Was wollen Sie da mit 25  000 Euro machen? Streichen?“

Wer in jüngster Zeit vor Ort war, weiß, dass 25  000 Euro sehr knapp kalkuliert sind für ein Gebäude, in dem die Schlichtwohnungen im Erdgeschoss teilweise einen Raum nicht nutzen können, weil dort Wurzeln durch den Boden wachsen. Das Geld, so Bauamtsleiter Bernd Rubelt, sei lediglich für eine temporäre Unterbringung kalkuliert und auch nur für die Flüchtlingswohnungen in der ersten Etage. Rubelt: „Eine Nutzbarmachung auf Dauer muss konkreter untersucht werden. Derzeit ist das Gebäude in einem schlechten Zustand.“

Ausschussvorsitzende Monika Obieray (Grüne) brachte es in der hitzigen Diskussion auf den Punkt: „Natürlich kann man sich schönere Wohnungen vorstellen, aber es ist auf keinen Fall schlechter als der Lindenbruchredder. Wir finden auch, dass etwas
getan werden muss.“ Doch nur besser als der Lindenbruchredder könne kein Maßstab für die Unterbringung von Flüchtlingen sein, sagte Matthias Rachfahl (CDU).

Einig waren sich die Fraktionen, dass gehandelt werden müsse. Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz (CDU) betonte: „Wir werden dieses Jahr 80 Flüchtlinge zusätzlich unterbringen müssen. Das ist das Doppelte im Vergleich zum Vorjahr. Wir haben einen riesengroßen Bedarf an Wohnraum, den wir zur Verfügung stellen müssen.“ An verschiedensten Stellen sei die Stadt dabei, Gespräche zu führen, Wohnungen zu suchen, die bei erfolgreicher Miete auch noch ausgestattet werden müssten. Das Problem seien dabei die vielen Flüchtlinge, bei denen die Stadt erst schauen müsste, welche Gruppen miteinander in Wohnungen leben könnten, denn Räume für Einzelpersonen gebe es kaum.

Rachfahl betonte: „Bei der Suche nach Wohnraum und auch bei der Diskussion um die Weidestraße sollte Zeit keine Rolle spielen, denn die Problematik wird uns noch Jahre begleiten.“ Damit ein Anfang gemacht wird, stimmten SPD, Monika Obieray (Grüne), FWE und FDP für die minimale Investition in die oberen Weidestraßen-Wohnungen.

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