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Ostholsteiner Anzeiger

24. August 2017 | 13:22 Uhr

malente : Es kommt aufs Personal an

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Der Weg zu einem Bürgerbüro in Malente wird kein leichter sein: Das machte eine Diskussion im Hauptausschuss deutlich

Ausschussvorsitzender und CDU-Fraktionschef Hans-Werner Salomon befürchtete schon, das Thema werde „zerredet“, doch dann zeigte der Hauptausschuss nach dreiviertel-stündiger Diskussion doch Einigkeit. Einmütig fiel am Dienstagabend der Beschluss, die Verwaltung solle die Einrichtung eines Bürgerbüros im Rathaus prüfen. Im Einzelnen soll sie sich dabei mit den drei Bereichen „Personal“, „bauliche Veränderung“ und „Finanzierung“ befassen. Der Ausschuss folgte damit einem Antrag der CDU.

Die Diskussion machte deutlich, dass wohl die Frage, wie viele und welche Mitarbeiter denn in einem Bürgerbüro arbeiten sollen, die dringlichste ist. SPD-Fraktionschef Jürgen Redepenning erinnerte daran, dass es in der Vergangenheit schon drei oder vier Anläufe für ein Bürgerbüro gegeben habe und dieses schon längst hätte verwirklicht werden können. Doch habe die Verwaltung oft geltend gemacht, dass der Betrieb eines Bürgerbüros mit dem vorhandenen Personal nicht zu leisten sei.

„Die Leute müssen reden können, das scheint mir das schwierigste zu sein“, erklärte FDP-Fraktionschef Wilfred Knop. Und FWM-Vorsitzender Holger Bröhl pflichtete bei: „Beim Personal sehe ich auch große Schwierigkeiten auf uns zukommen.“ Klaus-Peter Sauvant (Grüne) hält die Erwartungen an das Personal für sehr hoch: „Deshalb sind Fort- und Ausbildungen nötig.“ Und es gehöre Engagement der Mitarbeiter dazu.

Sönke Gutsche, Personalratsvorsitzender der Gemeinde, machte ebenfalls Bedenken deutlich: „Ich halte es im Moment für ungünstig, weil gerade Umstrukturierungen stattgefunden haben.“ Außerdem werde ein Bürgerbüro nicht ohne zusätzliche Mitarbeiter zu verwirklichen sein: „Ich gehe davon aus, dass wir mindestens zwei neue Stellen brauchen.“ Bürgermeister Michael Koch räumte ein, die Verwaltung sei sich selbst nicht einig, wie das Thema Bürgerbüro umgesetzt werden könne. Er selbst glaube, dass es mit der neuen Verwaltungsstruktur die neue Gestaltungsmöglichkeit gebe. Ein Bürgerbüro sei eine Herausforderung, die aber auch Chancen für die Mitarbeiter biete. „Wir wissen alle nicht, wie die Verwaltungsstrukturen sich ändern.“

Weniger problematisch als die Personalfrage ist offenbar das Thema der erforderlichen baulichen Veränderungen. „Ganz große Umbaumaßnahmen scheinen nicht nötig zu sein“, erklärte Koch. Bauamtsleiterin Britta Deubel forderte jedoch, es müsse zuvor geklärt werden, was ein Bürgerbüro überhaupt leisten solle. „Wir müssen erst die Inhalte definieren und dann sehen, welche Kosten verursacht das.“ Diese Frage will Ausschussvorsitzender Salomon aber von der Verwaltung selbst klären lassen. Er wolle keine Vorgaben machen, was in ein Bürgerbüro gehöre und was nicht. „Das ist Sache des Bürgermeisters.“

Genauere Vorstellungen äußerte Wolfgang Kienle (CDU) als Antragsteller dagegen für die Öffnungszeiten: „Der Wunsch ist, dass das Rathaus zu den Hauptgeschäftszeiten eine offene Tür hat.“ Derzeit ist das Rathaus eher unregelmäßig geöffnet, lediglich am Donnerstag ist die Verwaltung sowohl vor- als auch nachmittags zu erreichen, sonnabends gar nicht.

Auf einen anderen Aspekt wies Sauvant hin. Er riet, das Thema Sicherheit nicht außer Acht zu lassen. „Es gibt ein erhöhtes Sicherheitsrisiko für die Menschen, die dort arbeiten.“

Unterdessen zeigte sich Kienle überzeugt, dass sich die Anstrengungen für die Einrichtung eines Bürgerbüros lohnen. Das habe ein Blick in andere Bürgerbüros gezeigt: „Wo wir waren, waren alle begeistert.“

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erstellt am 11.Feb.2015 | 15:45 Uhr

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