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Ostholsteiner Anzeiger

18. August 2017 | 05:42 Uhr

„Es hat mir das Leben gerettet“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Brustkrebs von Brigitte Mevs wurde im Mammobil entdeckt

Der Besuch des Mammobils im Januar 2012 hat das Leben von Brigitte Mevs (57) verändert. „Gerade einen Tag zuvor war ich zur Krebsvorsorge bei meiner Frauenärztin, da war alles okay“, erinnert sie sich. Sie hatte kein mulmiges Gefühl, als sie zum Mammobil – der mobilen Röntgeneinheit, die Frauen über 50 Jahre auf Brustkrebs untersucht – ging. Die Tage vergingen, „die Gedanken an die Untersuchung waren längst schon verflogen“. Doch dann kam der Brief mit der Bitte einer Biopsie – schnellstmöglich. Mevs: „Da wusste ich, es heißt nichts Gutes.“

Ihre Familie hält zusammen. Beide Männer – Mann und Sohn – sind bei der Feuerwehr – ließen sie nicht allein nach Lübeck zur Biopsie fahren, falls sie dort schon die Diagnose erwartet. Aber: „Da hat keiner mit mir geredet. Meine Brust wurde gestanzt und dann hieß es, die Frauenärztin bekäme Bescheid.“ Montag war sie in Lübeck, Donnerstag saß sie bei ihrer Gynäkologin: „Ich habe leider keine guten Nachrichten für Sie.“ Der Tumor war zu klein zum Ertasten. Als Brigitte Mevs das hörte, brach es aus ihr raus. „Ich musste einfach nur heulen, es zog mir den Boden unter den Füßen weg.“ Ihr kommen noch heute die Tränen, wenn sie davon berichtet. Dann ging alles ganz schnell: Am 18. Februar wurde sie operiert – und sie hatte Glück. Es konnte alles entfernt werden. „Und die drei Lymphknoten, die Ärzte die Wächter nennen, waren noch nicht betroffen.“ Nach der OP musste sie nach Lübeck zur Bestrahlung – 36 mal – täglich außer am Wochenende. „Nach etwa der Hälfte habe ich im Flur gesessen und geheult, gesagt, dass ich da nicht mehr hingehe.“ Ihr Sohn konterte: „Und dann Mama? Dann weißt du auch nicht, wie es weiter geht.“ Brigitte Mevs hielt es durch, trotz schwerer sonnenbrandähnlicher Verbrennungen, die sie vermutlich aufgrund ihrer Sonnenallergie bekommen hatte. Mevs: „Aber das war alles aushaltbar, dafür, dass man gesund sein wollte.“ Nach der letzten Bestrahlung fuhr sie mit ihrer Familie an den Strand: „Dort standen wir abends bei Kerzenschein und haben die Hände aufeinander gelegt mit den Worten ‚Einer für alle und alle für einen‘. Es war wirklich rührend.“

Seit der OP ist Mevs alle drei Monate bei der Mammographie und einmal im Jahr im Bestrahlungszentrum zur Kontrolle – für die nächsten fünf Jahre. Die Hoffnung, es geschafft zu haben, ist da. Das mulmige Gefühl auf dem Weg zur Mammographie aber bleibt. Dennoch die Empfehlung an alle: Nehmt den Termin war, es ist die Chance, etwas frühzeitig zu erkennen.



>Das Mammobil kommt (siehe Meldung links).

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von
erstellt am 26.Nov.2014 | 16:54 Uhr

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