Bau- und Siedlungsgenossenschaft Eutin : Es gibt fünf Prozent Dividende

Für 3,6 Millionen Euro errichtet die BSG derzeit in der Eutiner Fritz-Reuter-Straße zwei moderne Häuser mit 21 Wohnungen.
1 von 2
Für 3,6 Millionen Euro errichtet die BSG derzeit in der Eutiner Fritz-Reuter-Straße zwei moderne Häuser mit 21 Wohnungen.

Bau- und Siedlungsgenossenschaft Eutin baut neue Häuser und modernisiert kräftig. Kurt Wulf und Jürgen Kehr sind weiter im Aufsichtsrat

von
28. Juni 2014, 14:03 Uhr

Wo gibt es heute noch eine Verzinsung des angelegten Geldes in Höhe von fünf Prozent? Die gut 50 der insgesamt 1440 Mitglieder der Bau- und Siedlungsgenossenschaft Eutin (BSG) dürfen sich demnächst auf Früchte ihrer insgesamt 2,04 Millionen Euro Geschäftsguthaben freuen. Einstimmig folgten sie im Brauhaus am Sonnabend bei der Jahresversammlung der vorgeschlagenen Gewinnverteilung.

Die BSG ist eine wirtschaftlich starke Gemeinschaft. In 14 Städten und Orten Ostholsteins sowie in Preetz werden 1400 Wohnungen, 213 Garagen und sechs gewerbliche Objekte vorgehalten und von der Geschäftsstelle in der Ferdinand-Tönnies-Straße 8 verwaltet.

Der Prüfungsverband der Norddeutschen Wohnungsunternehmen hatte für das Geschäftsjahr 2012 keine Beanstandungen erhoben und einen Gewinn von 597 000 Euro für das Folgejahr prognostiziert. Mit tatsächlich 567 000 schaffte die Genossenschaft fast eine Punktlandung in 2013. „Sie alle sind dies Unternehmen“, rief der amtierende Aufsichtsratsvorsitzende Dietrich Kermer den Mitgliedern zu. Dem Vorstand mit Eduard Pittrof und Jens Teichert sagte er Dank für richtungsweisende Arbeit.

Pittrof zum Ergebnis 2013: „Das Anlagevermögen beträgt 93,7 Prozent der Bilanzsumme, das Eigenkapital nahm um 516 500 Euro zu und macht 30 Prozent aus. Vom erwirtschafteten Überschuss gehen 465 000 Euro in Rücklagen, 102 164,46 Euro erhalten die Mitglieder als Dividende.

Eine Vielzahl von Modernisierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen prägten das zurückliegende Jahr. Für über 550 000 Euro wurden in Eutin und Scharbeutz Balkone, Terrassen, Fenster und Kesselanlagen eingebaut. Dachbödendämmung gehörte ebenso zum Programm wie an anderen Orten die Erneuerung von Küchen und Bädern. „Weitere 1,3 Mio Euro für Instandsetzungen zeigen auf, wie sehr wir auf gute Ausstattung setzen. Zwischenzeitlich leer stehende Wohnungen werden schnell wieder vermietet. Die ausgefallenen geringen Mietforderungen von nur 5700 Euro zeigen bei 7,4 Millionen Euro Gesamtmiete unsere gute Stellung am Wohnungsmarkt auf“, erläuterte Pittrof.

Interessant sind die Gründe für 155 Wohnungsveränderungen. Hauptgründe: 85 wurden frei nach Wegzügen, 39 Mal gab es Wohnungstausch, zwölf Mieter mussten in eine Pflegeeinrichtung ziehen und sechs Mal erwarben die Mitglieder Eigentum. Die Mieten seien nach den gesetzlichen Vorschriften nur leicht auf 5,39 Euro je Quadratmeter im Durchschnitt angehoben worden.

In der Fritz-Reuter Straße läuft nach dem Häuserabriss ein Großvorhaben. Die 21 Wohnungen in zwei Häusern sind barrierearm, ausgestattet mit Einbauküchen, Balkonen oder Terrassen. Es gibt Fahrstühle, Kellerräume und Tiefgeragen. Das Bauvorhaben wird 3,655 Millionen Euro verschlingen und soll bis Ende des Jahres fertig gestellt sein. Danach soll weiter neu gebaut werden. In vielen Orten des Kreises gehe es mit Modernisierungen und Instandsetzungen weiter.

Nach Ablauf ihrer Wahlzeiten stellten sich die Aufsichtsräte Kurt Wulf (Oldenburg) und Jürgen Kehr (Eutin) erneut zur Verfügung. Nachdem Dietrich Kermer für den 76-jährigen Kurt Wulf einmütiges Vertrauen für die Wiederwahl festgestellt hatte, meldete die langjährige Mieterin Cornelia Steffen aus Eutin „wegen ihres großen Interesses an einer Mitarbeit“ selbst die Kandidatur an. Gegen den seit sechs Jahren tätigen 54-jährigen Jürgen Kehr kam sie bei acht Stimmen aber nicht an. Kehr komplettiert damit das Team, zu dem auch Manfred Dose und Brunhild Negel sowie der schwer erkrankte Aufsichtsratsvorsitzende Manfred Bestmann gehört.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen