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Ostholsteiner Anzeiger

17. Oktober 2017 | 13:43 Uhr

Es gibt alles – außer Massenware

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Tausende Besucher gestern beim Bauernmarkt im Freilichtmuseum / Direktvermarktung hat für die Händler eine große Bedeutung

von
erstellt am 13.Sep.2015 | 18:17 Uhr

Frisches Brot und fruchtige Weine, Blumenzwiebeln und Rassegeflügel, Bonbons, Honig, Liköre: Der traditionelle Bauernmarkt im Freilichtmuseum Museum lockte gestern wieder Tausende von Gästen an. Für die Händler, die übers Wochenende vor und in den historischen Gebäuden ihre Stände aufbauten, besitzt die Direktvermarktung eine große Bedeutung.

„Das ist unsere einzige Chance“, sagt etwa Kai Pauli vom Highland-Cattle-Hof in Norderstapel. Er bietet Fleisch, Würste, Frikadellen von seinen schottischen Hochlandrindern an. Mit der Massentierhaltung kann und will er nicht konkurrieren. 190 Highland-Cattle nennt er sein eigen. Die robusten Tiere leben ausschließlich im Freien, brauchen aber deutlich länger als herkömmliche Mastrinder bis zur Schlachtreife. Die Besucher im Museum sind aufgeschlossen, sagt Pauli, sie sind auch bereit, höhere Preise zu bezahlen.

Ähnliche Erfahrungen haben auch Marlies und Heinz Abraham aus Stormarn mit ihrem Gemüse-Anbau gemacht. Sie sind auf Tomaten spezialisiert. Dutzende von neuen wie alten Sorten stellen sie in Holzkisten zum Verkauf. Caprese, Black Cherry, Pepe oder Fleurette heißen die Sorten, insgesamt 78 verschiedene Arten sind verfügbar. 100 Gramm gibt es für 85 Cent. Das liegt – natürlich – über den Preisen beim Discounter, aber die Abrahams werben dafür mit ungespritzten Produkten.

Karin Hamann-Roy betreibt das „Gartenhaus“ beim Antikhof Bissee. An ihrem Stand gegenüber dem Bio-Bäcker stehen Herbstblüher neben dem Metallschmuck für den Garten. Und wenn sie im Freilichtmuseum Blumenzwiebeln verkauft, wirbt sie mit Qualität – beispielsweise mit einer Kultmarke von englischen Gärtnern.

Marion Voß ist wie meisten Händler seit Jahren beim Bauernmarkt dabei. Ihre Ausstellungsfläche mutet fast wie ein tibetischer Tempel an, ringsherum hat sie ihre gestrickten bunten Socken aufgehängt – von Größe 14/15 bis 51 kann sie alle Wünsche bedienen. 5,50 Euro kostet das winzige Paar, für 18 Euro gibt’s die Riesen-Füßlinge.

Auch die Geflügelzüchter sind beim Bauernmarkt präsent. Der Timmasper Verein präsentiert die stolzen Italiener und kleinen gefleckten Chabos aus Japan. Der Hamburger Silbersprenkel aus der Zucht von Rolf-Dieter Lücke gehört ebenfalls zu den Attraktionen. Davon sind auch Ylva Röschmann und Wiebke Kucharnowsky angetan, die mit Jonte (3) und den zweijährigen Zwillingen Marthe und Birk im Museum unterwegs sind. Den Suchsdorferinnen gefällt das Kinderprogramm. So stellt der Raisdorfer Wildtierpark Ziegen, Schafe und Esel vor. Nicht zu vergessen das Ponyreiten – darauf freute sich besonders Jonte.

 

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