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Ostholsteiner Anzeiger

11. Dezember 2017 | 05:22 Uhr

Es fehlen Tagesmütter

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Kreis Plön setzt bei den Betreuungsplätzen für Kleinkinder auf Tagespflege

von
erstellt am 19.Feb.2015 | 15:48 Uhr

Ausreichend Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren sind auch im Kreis Plön eine große Herausforderung. Das sagt Landrätin Stephanie Ladwig. Der Kreis setze zur Erfüllung dieses Auftrages auf Tagesmütter und -väter.

„Es ist unser Ziel als Kreis, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch eine bedarfsgerechte Kinderbetreuung sicherstellen. Tagesmütter und Tagesväter betreuen Kinder in ihren eigenen Familien und unterstützen damit Eltern, dieses Ziel zu erreichen. Tagesmütter sind dabei keineswegs, wie manchmal zu hören, eine Notlösung, sondern eine gleichwertige Alternative zu der Betreuung in einer Krippe,“ betont die Landrätin. Es sei ein Beruf mit Zukunft, der eigentlich viel bekannter sein müsste.

Und weiter: „Wir suchen dringend engagierte und motivierte Frauen und Männer für die verantwortungsvolle Aufgabe, den ihnen anvertrauten kleinen Kindern zuverlässige und verantwortungsvolle Bezugsperson und ,Entwicklungsbegleiter‘ zu sein.“

Birgit Wulff von der Fachberatung Kindertagespflege des Kreises ergänzt: „Die Betreuung von maximal fünf Kindern ermöglicht eine individuelle und zudem äußerst flexible Betreuung in familienähnlicher Atmosphäre. Wissenschaftliche Untersuchungen untermauern, dass die Stärke der Kindertagespflege gerade in der Mischung aus Geborgenheit, Anregung und Struktur liegt.“

Im Kreis Plön würden zurzeit rund 250 Kinder unter drei Jahren von etwa 90 Tagesmüttern und -vätern betreut. Diese Zahl sei in den vergangenen Jahren trotz des Ausbaus der Krippenplätze konstant geblieben. Die Furcht mancher Tagesmutter, sie könnte überflüssig werden, habe sich also keinesfalls bestätigt.

Im Gegenteil: In einigen Bereichen im Kreisgebiet stünden nicht ausreichend Tagesmütter zur Verfügung. Dies gelte im gesamten Förderandbereich, aber auch in einzelnen Orten wie Plön, Ascheberg, Wankendorf, Laboe, Schönberg oder Probsteierhagen. Dort würden dringend zusätzliche Tagespflegepersonen gesucht.

Viele Gemeinden übernähmen die Ausbildungskosten der Tagesmütter oder unterstützten ihre Arbeit, etwa durch die Bereitstellung von Betreuungsräumen. Viele Tagesmütter hätten nach der Geburt ihrer eigenen Kinder nicht wieder in den alten Beruf zurückkehren wollen und eine neue berufliche Perspektive entdeckt. „Dies könnte also auch ein Modell für weitere Interessentinnen und Interessenten sein,“ meint Birgit Wulff.

> Eine Ausbildung für Tagespflegepersonen bieten die Familienbildungsstätte in Plön (04522/ 505138) und der Awo-Elternservice in Schönkirchen (04348/ 917315) an. Die Grundqualifikation schließt mit einem Zertifikat ab, eine Voraussetzung für eine Tagespflegeerlaubnis durch das Amt für Jugend und Sport. Informationen über die Tätigkeit als Tagesmutter oder -vater gibt es im Jugendamt des Kreises Plön unter Telefon 04522/743-584.

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