Es blättert am Eutiner Schloss

Die 320 Fenster und Fassaden des Schlosses müssen saniert werden. Der Bund stellt eine finanzielle Förderung in Aussicht.  Fotos: juk
1 von 3
Die 320 Fenster und Fassaden des Schlosses müssen saniert werden. Der Bund stellt eine finanzielle Förderung in Aussicht. Fotos: juk

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Ingo Gädechens erkundigte sich bei der Stiftung nach der Entwicklung und stellte Hilfe in Aussicht

shz.de von
02. August 2018, 09:26 Uhr

Wie jedes betagte Gebäude braucht auch das Eutiner Schloss viel Pflege. Was seit 2014 bereits modernisiert wurde, umriss Stiftungsvorstand Brigitta Herrmann gestern beim Besuch von Ostholsteins CDU-Bundestagsabgeordnetem Ingo Gädechens. Als Mitglied im Haushaltsausschuss des Bundestages teilte Gädechens Erfreuliches mit. Die Chancen ständen sehr gut, dass die Stiftung Schloss Eutin 400 000 Euro aus dem „Denkmalschutz Sonderprogramm VII“ erhalte. Entschieden werde das mit dem Haushalt 2019.

Aus dem Sonderprogramm fördert der Bund seit 2009 kleinere Denkmalschutzprojekte, die ausschließlich dem Substanzerhalt dienen. Das sagte Landesdenkmalpfleger Dr. Michael Paarmann, der das Treffen in der alten Schlossküche begleitete. Da der Etat der Landesdenkmalpflege mit 500 000 Euro im Jahr bescheiden sei, könne er nur eingeschränkt fördern.

Brigitta Herrmann freute die Ankündigung Ingo Gädechens: „Das hätte ich gar nicht zu hoffen gewagt“, sagte sie, „wenn das klappt, werden Sie mich bis nach Berlin jubeln hören.“ Die Schloss-Chefin versicherte sich, dass die Fördermittel auch fließen, wenn die Gesamtsumme von 800 000 Euro, so viel soll die Sanierung kosten, über mehrere Jahre anfällt. Grundsätzlich fördert der Bund in diesem Sonderprogramm höchstens 50 Prozent.

Die Schloss-Stiftung will für 800 000 Euro die Fassaden aller Flügel einschließlich Fensterrahmen und -läden aufbereiten, den Brunnen sanieren und das Pfannendach überarbeiten lassen. Für den Erhalt nötige Holzarbeiten müssten ebenso gemacht werden, sagte Herrmann. Der größte Batzen in der Liste dürfte die malermäßige Sanierung sein.

Gädechens machte sich bei einem Rundgang ein Bild von sanierungsbedürftigen Bereichen. Der Riss unter der Decke der Schlosskapelle war nicht der einzige. Auch im 2. Obergeschoss im Torturm zur Westseite waren dunkle Ritzen deutlich zu erkennen.

Herrmann hatte Gädechens, der von ansässigen Parteikollegen begleitet wurde, und Bürgermeister Carsten Behnk von den Entwicklungen seit 2014 berichtet. „Das Schloss Eutin hat einen großen Wandel hinter sich“, sagte Herrmann. Das Haus und seine Ausstellungen präsentierten sich neu. Für den Süd- und Westflügel habe es eine Million Euro aus dem „Impuls“-Programm gegeben. Die Themenführungen kämen an, auch das Kinderprogramm mit Rätsel-Rallye und Schlosskindern. 2017 seien 28 000 Besucher gekommen, 2013 seien es noch 13 000 gewesen. Das Haus zeige sich deutlich barrierefreier und die Arbeiten für mehr Brandschutz würden im Frühjahr beendet werden.

Der Bundespolitiker lobte die Entwicklung. Der Bekanntheitsgrad des Hauses sei gestiegen. Besucherpotential sieht der Politiker in Skandinavien und empfiehlt, dort zu werben.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen