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Ostholsteiner Anzeiger

19. Oktober 2017 | 22:32 Uhr

Erste Schritte in die Berufswelt

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Girl’s Day: Schülerinnen machten gestern Kurzpraktika in Betrieben und Behörden wie bei der Polizeidirektion für Aus- und Fortbildung

shz.de von
erstellt am 28.Apr.2017 | 00:03 Uhr

Sieben Mädchen von Eutiner Schulen nutzten den Girl’s Day für ein Tagespraktikum bei der Polizeidirektion für Aus- und Fortbildung (PDAFB). Im Kreisgebiet öffneten gestern Unternehmen, Betriebe, Händler, Behörden und Bildungseinrichtungen ihre Türen und gaben vor allem Schülerinnen Einblicke in die Arbeits- und Berufswelt.

Zoe ergreift zur Selbstverteidigung die Hand von Stina, legt noch etwas zögernd die eigenen Daumen auf den Handrücken von Stina und drückt deren Handteller und Finger sachte nach oben. Stina beginnt, sich wegzudrehen. Sie gibt nach, denn der Griff wird der Schülerin immer unangenehmer.

Auf der Hubertushöhe erhalten die Mädchen Einblick in Bereiche der Polizeiarbeit. Die Schülerinnen erlernen Schlag- und Tritttechniken zur Selbstverteidigung, besuchen die Atemschutzübungsanlage, erfahren Grundlegendes über Spurensicherung und die Arbeit mit Polizeidiensthunden.

„Ich habe mir die Selbstverteidigung nicht so handelnd vorgestellt, eher auf Abwehr“, drückt Merle ihr Erstaunen nach dem einstündigen Training aus. Der Girl’s Day sei eine gute Sache. Hanna findet: „Das Treten ist einfacher als das Schlagen.“ Ihre Schwester Malin fügt hinzu: „Man fühlt sich dabei sicherer.“

Die Schülerinnen tragen von der Polizeidirektion gestellte Übungsanzüge. Sie sind 14 und 15 Jahre alt.
Das Durchschnittsalter der Girl’s-Day-Teilnehmerinnen ist gesunken, wie Wiebke Borchardt vom Sachbereich für Organisation, Einsatz und Öffentlichkeitsarbeit bei der PDAFB sagt. Die von der Polizei vorgegebene Altersgrenze sei 15 Jahre. Doch die Schülerinnen werden jünger.

In diesem Jahr besuchen mit sieben Schülerinnen deutlich weniger im Rahmen des Girl’s Day die Polizeiausbildung. Früher seien es üblicherweise 15 gewesen. Borchardt vermutet die Ursache in der Einführung von „G8“, der Verringerung der Schulzeit an den Gymnasien. Die Polizei hat reagiert und nimmt auch 14-jährige Schüler für ein Tagespraktikum an. „Die 12-Jährigen haben wir allerdings abgelehnt“, sagt Borchardt. Die seien zu jung. Die gestellte Übungskleidung passe ihnen nicht.

Nele ist froh, an diesem Tag bei der PDAFB dabei zu sein. „Mir gefällt es gut.“ Ob sie in einigen Jahren zu den inzwischen 400 Polizeianwärtern jährlich gehören wird, kann die Schülerin noch nicht sagen: „Was ich beruflich machen will, weiß ich noch nicht.“

Im Max-Planck-Institut (MPI) für Evolutionsbiologie in Plön erfuhren fünf Schülerinnen etwas über die Arbeit der Wissenschaftler und Ausbildungsmöglichkeiten. Sie machten erste Übungen im wissenschaftlichen Programmieren und bauten ein Mini-Netzwerk auf, wie Dr. Kerstin Mehnert, wissenschaftliche Koordinatorin, sagte. Auch das MPI registrierte eine geringere Nachfrage.

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