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Ostholsteiner Anzeiger

16. August 2017 | 22:01 Uhr

Feuerwehr : Erste Pflichtwehr des Landes droht

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Mitgliederschwund bei den Feuerwehren. Novelle zum Brandschutzgesetz geplant.

Alarm bei der Freiwilligen Feuerwehr: Weil der Nachwuchs fehlt, steht mit Friedrichstadt erstmals eine schleswig-holsteinische Gemeinde wegen Mitgliederschwunds vor der Bildung einer Pflichtwehr. Der Fall werde in Zukunft „wohl häufiger vorkommen“, befürchtet Peter Schütt vom Landesfeuerwehrverband.

57 000 Aktive zählten die freiwilligen Feuerwehren zwischen Nord- und Ostsee vor 15 Jahren. Heute sind es noch knapp 50 000. Der Trend sei „bundesweit erkennbar“, sagt Schütt. Mit offensiver Werbung und professionellem Marketing versuchten Feuerwehren und die für den Brandschutz zuständigen Kommunen gegenzusteuern.

In Malente und Scharbeutz etwa gingen Feuerwehrkameraden zuletzt von Tür zu Tür, um Nachwuchs zu rekrutierten, berichtet Kreisbrandmeister Ralf Thomasen. „Häuserkampf“ nennen Wehren solche Aktionen augenzwinkernd. Immerhin 41 neue Kameraden seien so für die Grundausbildung in der Brandbekämpfung gewonnen worden.


Ehrenamtliche werden händeringend gesucht


Der Landtag berät unterdessen auf Betreiben des Landesfeuerwehrverbandes eine Novelle zum Brandschutzgesetz. Danach können voraussichtlich ab dem kommenden Jahr neben Jugendfeuerwehren (zehn bis 16 Jahre) auch
Kinderfeuerwehren (ab sechs Jahren) gebildet werden. Überall klagten ehrenamtlich tätige Organisationen über Nachwuchsmangel. „Der Markt wird immer dünner“, sagt Schütt.

Problem für Friedrichstadt (rund 2600 Einwohner): Nach dem Feuerwehrbedarfsplan müssten in der nordfriesischen Kleinstadt 53 Wehrleute parat stehen. Tatsächlich sind es nur noch 30. Faustregel beim Landesfeuerwehrverband: Ein Drittel unter der Sollstärke sei angesichts der Probleme, die reguläre Stärke der Wehr zu halten „soeben noch hinnehmbar“. Friedrichstadt liegt deutlich darunter. Gelingt es der Gemeinde kurzfristig nicht, ihre Feuerwehr auf die Sollstärke zu bringen, müsste der Bürgermeister eine Pflichtfeuerwehr einberufen. „Das läuft dann wie bei der Wehrpflicht“, sagt Schütt. Wer diensttauglich ist, muss dann auch Dienst tun. Kommentar Seite 17

 

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erstellt am 20.Okt.2014 | 16:02 Uhr

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