Erste Mieter ziehen im Juni ein

Von außen schon fast fertig: Das Geländer der „Villa Wiese“ wird demnächst nach originalem Vorbild wieder aufgebaut.
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Von außen schon fast fertig: Das Geländer der „Villa Wiese“ wird demnächst nach originalem Vorbild wieder aufgebaut.

Stadtentwicklungsausschuss spricht sich für Änderungen im B-Plan aus, um Nachbarschaftsstreit zu befrieden / Ein Haus ist fast fertig

shz.de von
26. Mai 2018, 00:27 Uhr

Es könnte so schön sein, wäre der Streit mit den Nachbarn nicht. Grundstückseigentümer und Investor Hans-Rudolf Kruse aus Bad Schwartau plant innenstadtnahes Wohnen in der zweiten Reihe der Riemannstraße hinter den Wohngebäuden 90/92 sowie der Villa mit Hausnummer 94 auf der einstigen Hoffläche „Wiese“ in unmittelbarer Nähe zum Großen Eutiner See mit Blick ins Grüne.

Die Bagger und Baufahrzeuge rollen, die ersten Mieter sollen im hinteren Stadthaus Ende Juni einziehen – der Rechtsstreit über die Zufahrtsregelung dauert jedoch an. Noch. Denn der Stadtentwicklungsausschuss hat in seiner jüngsten Sitzung der ersten Änderung des Aufstellungsbeschlusses des B-Planes 118 zugestimmt. Bislang sollte laut
B-Plan eine Einbahnstraßenregelung die Zufahrt zwischen den Häusern 90/92 und die Ausfahrt zwischen 92/94 regeln. Doch die Realität sehe in der Praxis anders aus, berichtete auch Kruse auf Nachfrage. „Er möchte die Erschließung und Einfahrten über sein Grundstück regeln und hat fachtechnisch nachgewiesen, dass dies machbar ist“, erklärte Bauamtsleiter Henning Schröter im Ausschuss. Die neue Regelung würde die Nachbarverhältnisse befrieden und entzerren, mit denen sich der Ausschuss schon Jahre beschäftige, warb die Vorsitzende Gabriele Appel (SPD) um ein Votum. Außerdem sei damit eine „vernünftige Nachverdichtung erreicht“, fügte Monika Obieray (Grüne) hinzu. FWE-Mitglieder Heinz Lange und Malte Tech erinnerten an eine aus ihrer Sicht „viel zu enge Durchfahrt von 2,78 Meter“ und äußerten Zweifel, ob der rechtlichen Erschließung. Schröter wollte diese Fragen klären.

Kruse selbst sagte beim Ortstermin zur Einfahrtssituation, dass die Feuerwehr sich vor Ort sogar selbst ein Bild gemacht habe und zufrieden sei. „Das passt alles und würde die Situation entspannen“, so Kruse. Es gebe immer noch einen Rechtsstreit und Gesprächsbedarf mit der Eigentümergemeinschaft. Bis die Rechtsfrage und die Änderung des B-Planes nicht abgeschlossen sei, könne unter anderem das rückwärtige Grundstück der „Villa Wiese“, die Kruse schon weitgehend saniert hat, nicht fertiggestellt werden. Künftig soll hier eine Familie auf drei Etagen mit insgesamt 200 Quadratmetern ihr neues Zuhause finden können, Garten und Stellplatz inklusive.

Dahinter sollen dann zwei kleinere Häuser mit je zwei Wohneinheiten entstehen, so Kruse.

Hinter dem Wohngebäude 90 befindet sich das Stadthaus mit sechs Wohneinheiten – von außen dunkel verputzt sowie mit Lärchenholz- und Edelstahlelementen – in der Fertigstellung. „Die ersten Mieter wollen Ende Juni hier einziehen. Vier Wohnungen sind trotz Baustelle schon vermietet“, sagt Kruse. Obwohl er gerade jungen Familien mit der idyllischen und stadtnahen Lage ansprechen wolle, seien die Interessenten bislang eher älter. Auf einen Spielplatz und viel Begrünung lege Kruse dennoch viel wert.

Wenn die B-Plan-Änderung durch sei, plane er langfristig den Abriss der alten Knopffabrik, die es nach 1945 schräg hinter der Hofstelle Wiese gab. An ihrer Stelle soll mit Abstand zur bestehenden Bebauung ein weiteres Wohnhaus entstehen.

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