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Ostholsteiner Anzeiger

23. November 2017 | 06:41 Uhr

Erstaufnahmen kaum noch genutzt

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Land will Flüchtlingseinrichtung in Glückstadt schließen – dennoch viel Arbeit für die Kommunen

von
erstellt am 18.Okt.2017 | 16:51 Uhr

Von den 6290 Plätzen in den vier Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes waren am Montag nur 22 Prozent belegt. Besonders in Boostedt, mit 2000 Plätzen größte Einrichtung im Land, herrscht Leere, hier waren vier von fünf Plätze für Flüchtlinge frei. Ähnlich die Situation in Glückstadt mit einer aktuellen Belegungsquote von 16 Prozent bei 1800 Plätzen.

Im November will sich die Landesregierung mit dem Abbau von Kapazitäten in den Einrichtungen beschäftigen und mit großer Wahrscheinlichkeit Glückstadt schließen. „Das Ministerium prüft fortlaufend, welche Kapazitäten für die Erstaufnahme in Schleswig-Holstein vorzuhalten sind“, erklärte gestern der Sprecher des Innenministeriums, Tim Radtke.

Künftig werden dann wohl nur noch die Standorte Neumünster, Boostedt und Rendsburg betrieben. Das Land zieht damit Konsequenzen aus der rückläufigen Zahl der Asylsuchenden. So wurden von Januar bis Mitte Oktober nur noch 3832 Flüchtlinge dem nördlichsten Bundesland vom Bundesamt für Migration (Bamf) zugewiesen. Zum Vergleich: Im September 2015 kamen mehr als 5100 Flüchtlinge im Norden an, 2016 waren es 649, dieses Jahr 450 – vorwiegend aus Afghanistan, Syrien, Armenien, dem Irak, Eritrea und dem Iran.

Die Zahl der Schutzsuchenden vom Westbalkan – alles sichere Herkunftsländer – hat sich mit sechs Prozent wieder verdoppelt. Entsprechend ist die Zahl der Flüchtlinge mit Bleibeperspektive leicht rückläufig (46 statt 49 Prozent). Knapp vier von zehn Neuankömmlingen sind Jungen unter 18 Jahren. Sie stellen inzwischen die größte Gruppe.

Während sich die Lage in den Erstaufnahmen deutlich entspannt, gibt es für Kreise und Kommunen immer noch viel zu tun. Zwar sinkt die Zahl der neu auf die Kreise verteilten Flüchtlinge. Doch gleichzeitig geht auch die Zahl der freiwilligen oder unfreiwilligen Rückkehrer zurück. 2016 reisten 3000 Menschen aus, knapp 1000 per Abschiebung, im laufenden Jahr waren es bislang 1550. Unterm Strich wächst also die Zahl der in den Kommunen untergebrachten Flüchtlinge. Leitartikel Seite 2

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