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Ernst Georg Gradert: Unternehmer mit Blick fürs Gemeinwohl

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die meisten Menschen verbinden mit dem Namen eine warme Stube. Vor allem Heizöl, aber auch Kohle lieferte die Firma Gradert über Jahrzehnte hinweg. An Firmenchef Ernst Georg Gradert erinnern sich ältere Eutiner aber auch, weil er leidenschaftlich gerne Geige spielte – und deshalb den Spitznamen Paganini besaß. Ernst Georg Gradert starb am 28. November im Alter von 80 Jahren.

1959 hatte der damals 23-Jährige die Kohlenhandlung seines Vaters übernommen, die von Großvater Johannes Gradert 1898 in Eutin gegründet worden war. Mit Kohle und Fuhrdienstleitungen, ab Anfang der 60er Jahre als moderner Heizöllieferant versorgte der Betrieb Tausende von Haushalte in der Region.

Neben der starken beruflichen Beanspruchung als Brennstoffhändler hat Ernst Georg Gradert sein Leben lang öffentliche Verantwortung übernommen und sich ehrenamtlich für Belange der Wirtschaft und des Gemeinwohls eingesetzt. Schon 1967 gründete er den Mittwochsclub MC‘67, der sich vor allem um Neu-Eutiner kümmerte. Von 1972 an gehörte er 30 Jahre lang dem Aufsichtsrat der Volksbank Eutin an. Er arbeitete im Vorstand der Wirtschaftsjunioren der Industrie- und Handelskammer zu Lübeck und wurde 1975 zum Senator der internationalen Handelskammern auf Lebenszeit ernannt, außerdem wirkte er in der Vollversammlung und Ausschüssen der IHK mit. Über 40 Jahre war Gradert im Bund der Steuerzahler aktiv, davon 13 Jahre im Verwaltungsrat. Dafür erhielt er 2006 das Goldene Ehrenzeichen. Von 1998 an bekleidete er zwölf Jahre das Amt eines Handelsrichters am Landgericht Lübeck, 2008 wurde ihm für sein ehrenamtliches Engagement die Ehrennadel des Landes verliehen. Ernst Georg Gradert war auch in den Verbänden des Brennstoff- und Mineralölhandels aktiv, 2010 bekam er die Verdienstmedaille der Deutschen Shell GmbH für 50-jährige Vertriebspartnerschaft.

Anfang der 80er Jahre waren die beiden Söhne Sebastian und Christoph in das Unternehmen eingetreten. Im Frühjahr 2015 schlossen sich die Firma Johannes Gradert und die LEV Landwirtschaftliche Ein- und Verkauf Ostholstein im Mineralölbereich zusammen. Die beiden Söhne Christoph und Sebastian Gradert sind seither im Unternehmen aktiv und beliefern von nunmehr drei Standorten aus Heizöl- und Dieselkunden.

Ernst Georg Gradert hinterlässt Ehefrau Elke und drei erwachsene Kinder. Die Trauerfeier findet morgen (9. Dezember) um 14 Uhr in der Friedenskirche in Eutin-Neudorf statt.

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erstellt am 07.Dez.2016 | 11:09 Uhr

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