Erlebnishaus: „Der Weg ist frei“

Dr. Werner Sach hofft, bald mit dem Bau auf der Sandfläche beginnen zu können. Bis dahin dient die Plietsch-Grün-Hütte als Unterstand.
Dr. Werner Sach hofft, bald mit dem Bau auf der Sandfläche beginnen zu können. Bis dahin dient die Plietsch-Grün-Hütte als Unterstand.

Erna-Vorsitzender Dr. Werner Sach ist zufrieden: Nach einem Beschluss im Hauptausschuss kann er nun endlich weiter planen

shz.de von
17. März 2017, 00:21 Uhr

Die Fläche hinter dem Tierheim, auf der das Erna-Erlebnishaus entstehen soll, ist schon abgesteckt. Dr. Werner Sach, der Vorsitzende des 55 Mitglieder starken Vereins „Erlebnis Natur“ (Erna), ist zufrieden: „Der Hauptausschuss hat den Weg frei gemacht, einen Nutzungsvertrag soll es geben.“ Endlich kann er die Planungen für den Bau des langersehnten Gebäudes vorantreiben.

Für Sach war der Termin in der Hauptausschusssitzung am Dienstagabend sehr wichtig, „denn mit der Entscheidung steht und fällt alles“, sagte er vorab auf Nachfrage. Die Zustimmung zum Nutzungsvertrag sei Voraussetzung für eine Änderung des derzeitigen Flächennutzungsplanes und diese Änderung sei wiederum die Voraussetzung, um überhaupt einen Bauantrag für das seit langem geplante Gebäude stellen zu können. Und nicht zuletzt brauchte er den Beschluss, um Fördergelder akquirieren zu können.

„Erna lebt von praktischen Tätigkeiten. Pure Theorie erreicht Kinder nicht. Sie brauchen sinnliche Erfahrungen, dann lernen sie spielend und haben auch Spaß daran“, weiß Sach. Das Erna-Erlebnishaus, das sich Sach und seine Mitglieder schon seit Jahren wünschen, sei wichtig, um Ganzjahresangebote machen zu können, moderne Sanitäranlagen, vernünftige Büroräume und eine Küche zu haben. Die Benutzung des derzeitigen Plumpsklos gleiche für einige einem Abenteuer, sei aber nicht der Standard, den Erna bieten wolle.

Eine kleine Holzhütte auf dem Gelände ist für die Fülle an Unterrichtsmaterialien aus der Natur längst zu klein und muss auch als Unterschlupf bei Regen für Gruppen Platz bieten. Eine Erleichterung brachte da nach der Landesgartenschau die Plietsch-Grün-Hütte, die derzeit provisorisch aufgebaut ist, als Lager und Gruppenraum dient und später mit auf das Betonfundament neben das Erlebnishaus gesetzt werden soll. Für den Verein sei der Bau des Hauses nicht nur von großer Wichtigkeit, sondern auch eine enorme Herausforderung, denn neben der zugesagten Unterstützung durch Bingo und die Aktiv-Region blieben nach alter Kostenschätzung noch rund 50  000 Euro in Eigenleistung für den Verein übrig. „Wir hoffen da auch auf viele engagierte Bürger, die mithelfen wollen, das Erlebnishaus zu bauen“, sagt Sach.

Er stehe jetzt vor dem Problem, dass die Firmen theoretisch nicht mehr an ihre Kostenvoranschläge gebunden seien, weil so viel
Zeit verstrichen sei. Erste Zustimmungen habe es bereits 2015 gegeben, dann sei während der Landesgartenschau nichts weiter passiert – bis zum Hauptausschuss am Dienstagabend.

Sach: „Wir können dieses vielseitige Angebot langfristig nur mit qualifizierten Kräften aufrecht erhalten.“ Dies sei aus wirtschaftlichen Gründen nur im Ganzjahresbetrieb leistbar.

Schon jetzt besuchen das Erna-Gelände am Tierheim (Diekstauen 5) mehr als 3000 Menschen von Frühjahr bis Herbst. Hinzu kommen die Besuche von Erna-Vertretern in Schulen und Kindergärten in den Kreisen Ostholstein, Segeberg und Plön. Bereits kurz nach Gründung (2004) wurde Erna als außerschulischer Lernort zertifiziert, erweiterte seien Angebotspalette ständig und bietet sogar für Entdecker Kindergeburtstage mit Programm in der Natur. Auf Weiter- und Fortbildungen im Bildungszentrum für Nachhaltigkeit in Flintbek wurde deutlich gemacht, wie wichtig Lernen im Naturraum auch für Pädagogen ist. Sach: „Die Artenkenntnis der Lehrer lässt oft zu wünschen übrig. Aber es ist wichtig, sie den Kindern zu vermitteln. Denn wer die Tierarten nicht kennt, kennt ihre Bedürfnisse nicht und kann und wird sie nicht schützen“, sagt Sach.



Wer mehr über den Verein erfahren möchte: www.erna-eutin.de

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