Erkenntnis des Altwerdens

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12. Juli 2018, 15:35 Uhr

Der Mensch hat im Laufe seines Lebens viele Entwicklungen zu durchlaufen. Bis Mitte 20 etwa geht es meistens steil nach oben, danach bleibt alles ein paar Jährchen schon so wie es ist und ab Mitte 40 merkt man, dass alles etwas weniger wird. Machen wir das doch einfach mal am männlichen Haarwuchs fest: Mit 13/14 Jahren kommt mit Beginn der Pubertät der erste leichte Bartwuchs, der sich ab Mitte 20 dann verstärkt. Der eine erkennt früher der andere später dann voller Schrecken, dass sich seine Kniescheibe auf den Hinterkopf verlagert – es „wächst“ eine kleine Glatze heran. Dagegen habe ich mich bisher richtig gut auflehnen können. Meinen ersten Dämpfer bekam ich irgendwann mal zu Weihnachten, als mir meine liebe Frau einen Nasenhaarschneider schenkte. Das war ja schon mal als kleiner dezenter Hinweis zu verstehen. Der Nasenhaarschneider wurde dann wenige Jahre später parallel zweckentfremdet und als Ohrhaarschneider verwendet. Mittlerweile habe ich den zweiten dieser Schneider und dachte, das war’s nun mit den Haar-Erfahrungen beim Älterwerden. War es nicht, erfuhr ich dieser Tage bei meiner Friseurin Tina. Sie fing nach dem Haarschnitt auf einmal an, meine Augenbrauen mit einer Schere zu bearbeiten. Oh weh, dachte ich, jetzt geraten offenbar auch schon die Haare der Augenbrauen außer Kontrolle. Wieder ein Indiz fürs Älterwerden. Aber den nächsten Versuch der netten Friseurin werde ich unterbinden. Bekanntlich wachsen Haare ja erst, wenn sie geschnitten werden. Nachher wachsen mir auch noch Augenbrauen wie Theo Waigel. Michael Kuhr

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