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Droht diesem historischen Gebäude-Ensemble in der Weidestraße der Abriss?
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Droht diesem historischen Gebäude-Ensemble in der Weidestraße der Abriss?

Emotionale Diskussion im Bauausschuss morgen erwartet: Instandsetzung der Weidestraße 24 kostet Minimum 95 000 Euro

shz.de von
05. Mai 2015, 05:00 Uhr

Die Diskussion um den Abriss des Ackerbürgerhauses in der Weidestraße 24 könnte morgen im Bauausschuss neu entfacht werden. Der Grund: Statiker und Gutachter kommen laut aktueller Vorlage zu dem Schluss, dass mindestens 95  000 Euro allein für den Erhalt nötig wären, „Wand- und Bodenbekleidung“ sind dabei noch nicht einkalkuliert.

Während eines Sturms Anfang des Jahres wurde ein Schornstein des historischen Ackerbürgerhauses in der Weidestraße beschädigt. Da die Stadt fast zeitgleich nach Wohnraum für Flüchtlinge suchte, begannen Mitarbeiter, das freie Obergeschoss herzurichten. In den Schlichtwohnungen im Untergeschoss leben seit Jahren Obdachlose. Bei einer Begehung mit dem Statiker wurde festgestellt, dass die Nordostwand des Hauses zu kippen droht. Um das zu verhindern, wurde eine provisorische Stützkonstruktion aus Holz von außen vor der Wand errichtet (wir berichteten).

Ein Ortstermin mit einem Statiker und einem Holzsachverständiger wurden weitere Mängel deutlich. So leidet laut biologischem Gutachten nahezu jeder untersuchte Balken unter starken Insekten- und Fäuleschäden sowie Schimmelpilzbefall. Die Empfehlung der Experten: „Die entsprechenden Bereiche müssten entweder ausgetauscht und/oder insektenbekämpfend behandelt werden.“

Der Statiker nahm den baulichen Zustand der tragenden Elemente wie Stahlträger der Kellerdecke, Fundamente, Außenwände, Decken-, Dach- und Innenwand-Konstruktionen unter die Lupe. Er schätzt, dass „netto 95  000 Euro“ allein für die Instandsetzung der Hauptkonstruktionen notwendig wären.

Es ist das Vierfache von dem, was die Verwaltung in einer ersten Schätzung für die Flüchtlingswohnungen im Obergeschoss geplant hatte (rund 24  000 Euro). Schon damals zweifelte die Mehrheit im Bauausschuss, ob die Summe reichen würde und der Standard dem gerecht werde, was die Stadt Flüchtlingen bieten wolle. „Besser als der Lindenbruchredder ist es allemal“, sagte die Ausschussvorsitzende Monika Obieray (Grüne) damals. Sie schockte die hohe Summe aus der aktuellen Vorlage: „Da sind noch viele Fragen zu klären, auch, ob es sich überhaupt lohnt“, sagte sie kurz vor dem Abflug in den Urlaub. Die Frage nach der künftigen Nutzung müsse mit dem Aufwand der Wiederherstellung verglichen werden.

„Wie ein Betriebswirtschaftler darf man bei diesem historisch einmaligen Ensemble nicht rechnen“, hält Hans-Georg Westphal,

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von Constanze Emde

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