Entwicklungshilfe am fernen Herd

Hartmut Boll  ist als Entwicklungshelfer nach Kasachstan geflogen. Foto: oha-archiv
Hartmut Boll ist als Entwicklungshelfer nach Kasachstan geflogen. Foto: oha-archiv

Der Küchenchef Hartmut Boll ist auf Vermittlung des Senior Expert Service vier Wochen lang ins zentralasiatische Kasachstan geflogen

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07. Oktober 2011, 08:32 Uhr

eutin-fissau / kostanai | Kostanai. Wo bitte liegt das? Und was macht man dort? Der Fissauer Küchenchef Hartmut Boll kann die Fragen beantworten. Diese Woche ist er nach Kostanai geflogen, eine Stadt im Norden des zentralasiatischen Staates Kasachstan. Exakt vier Wochen wird er dort bleiben. Seine Mission: Die Schulung von Köchen in der Zubereitung europäischer Gerichte und die Unterweisung von Service-Personal in Dienstleistungen gehobenen Standards.

Die außergewöhnliche Reise des 67-Jährigen, der mit seinen Restaurants "Marienquelle" in Kirchnüchel und "altes Amt" in Schönwalde Gourmetgeschichte geschrieben hat, ist ein Abenteuer der besonderen Art. Ein Bekannter hatte ihm vom "Senior Expert Service" erzählt, einer in Bonn ansässigen Stiftung der Deutschen Wirtschaft für internationale Zusammenarbeit, die weltweit Fachleute für eine zeitlich begrenzte "Entwicklungshilfe" vermittelt. Die Experten haben eine Besonderheit: sie sind im Ruhestand. Und außer einer täglichen Aufwandsentschädigung in Höhe von fünf Euro bekommen sie nichts. Freilich entstehen ihnen keine Kosten für Flug, Unterkunft und Verpflegung.

Zu den 50 Branchen, aus denen die Senioren-Experten kommen, gehört der Kochberuf. Und für Hartmut Boll war schnell, nachdem er in Bonn seine Bereitschaft zu einem Auslandseinsatz gemeldet hatte, eine Aufgabe gefunden. In Kostanai.

Die Stadt hat etwa 250 000 Einwohner und liegt im Norden des Staates Kasachstan in der Nähe der russischen Grenze. In einem Vorort soll Boll, so der Auftrag, die Köche eines Kulturzentrums unterrichten, das in einer ehemaligen Kohlenzeche eingerichtet wurde und das um die 200 Angestellte hat.

Wie viele Köche dort sind, wusste Boll vor Abflug nicht. Und sein Auftrag lässt auch Spielraum: Schulung der Köche in der Zubereitung europäischer Küche. Und Schulung der Servicekräfte, die in der Lage sein sollen, sogenannte VIPs angemessen zu bedienen.

Zur Vorbereitung gehörte nicht nur ein Check des Impfstatus (neben der üblichen Prävention wird Hepatits A empfohlen), sondern auch die Lektüre eines Reiseführers. Die machte Boll klar, dass in dem neuntgrößten Land der Erde nicht nur eine exotische Welt, sondern auch eine reiche Kultur auf ihn wartet. Da der Senior-Experten eine Fünf-Tage-Woche haben wird, rechnet er auch mit der Chance, das ein oder andere in der Region sehen zu können. Nach seiner Rückkehr wird er den OHA-Lesern berichten von Kostanai, wo das liegt und was man da machen kann.

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