Entspannter Nachklang vom Eutiner Premierenfieber

Zurück in Eutin: Hilary Griffiths
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Zurück in Eutin: Hilary Griffiths

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05. Juli 2014, 14:38 Uhr

Premierennächte sind lang in Eutin. Als könnten alle Beteiligten nicht vom Nachklang eines monatelang erwarteten Gemeinschaftserlebnisses lassen. Da fließen alle Emotionen zusammen, die Mitwirkende und Zuschauer bei einer Opernvorstellung unter freiem Himmel ergreifen – vom Bangen um einen warm hauchenden Sommerabend bis zum Stolz auf eine packende Bühnenleistung unter naturbedingt schwierigen Bedingungen.

Welch extremer Gefühlsbogen, zwischen Erfolgszwang und künstlerischem Qualitätsanspruch, sie drückte, machte Intendantin Dominique Caron bei der Premierenfeier öffentlich. Die Eröffnung der dritten Spielzeit sei angesichts der gestiegenen Erwartungen in Eutin für sie die bisher aufregendste. 2012 habe sie mit „Nabucco“ gezeigt, dass sie den Festspielen eine Zukunft geben könne, dies 2013 mit „Carmen“ und „Zauberflöte“ untermauert, nun aber stehe mit Verdis „Troubadour“ die Probe an, ob Verlass auf eine gefestigte Aufwärtsentwicklung sei. Den Beifall des Publikums noch im Ohr gab sich Caron entspannt, ihrem gesamten Ensemble sei Dank: „Mit dieser Leistung können wir uns auf jeder A-Bühne der Welt sehen lassen!“

Geschäftsführerin Tina Ziegler, die tagsüber den Überblick bei den Empfängen in Schloss und Orangerie für Hunderte von Ehrengästen bewahrt und auch die Unwägbarkeiten der WM-Fußballbegeisterung ruhig gemeistert hatte, würdigte neben Intendantin Caron auch die Leistungen der künstlerisch Verantwortlichen für Orchester und Chor, Urs-Michael Theus und Carsten Bowien. Vor allem aber erinnerte sie an die unentbehrlichen Helfer hinter der Bühne und rund um die Opernscheune. Größtes Lob für den Einsatz dabei gebühre Arend Knoop und seinem Team vom Autohaus am Bungsberg, ohne sie wäre vieles nicht möglich gewesen bei den Premierenfeierlichkeiten.

An denen nahm auch Hilary Griffiths teil. Er war fast zwei Jahrzehnte Stammdirigent der Festspiele, bis er 2006, übrigens mit „Troubadour“ und „Vogelhändler“, seine letzten Engagements in Eutin hatte. „Viele schöne Erinnerungen kommen hoch“, sagte der jetzt vor allem in Prag tätige Orchesterleiter. Und: Er freue sich, dass Intendantin Caron den Kontakt wiederhergestellt habe.

Nach der ersten Premiere nehmen einige gleich die nächste Spielzeit ins Visier. Es wäre keine Überraschung, käme 2015 Verdis Oper „Aida“ zum Zuge – im Programm der Gala-Abende ist schon eine Hörprobe eingeplant.

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