zur Navigation springen
Ostholsteiner Anzeiger

22. August 2017 | 23:25 Uhr

Energiewende im Kleinen am Hochkamp

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Vor rund eineinhalb Jahren startete das Pilotprojekt der Stadtwerke Eutin „Zukunftsquartier Hochkamp“ mit dem Ziel, durch entdeckte Energieeinsparungen nicht nur etwas für die Umwelt zu tun, sondern auch die Attraktivität des Wohnviertels Hochkamp langfristig zu steigern.

Erste Ergebnisse, was möglich wäre, stellte Stadtwerke-Chef Marc Mißling zusammen mit Caspar Preysing am Donnerstagabend im Stadtentwicklungsausschuss vor. „Wenn man über Energiewende spricht, denken immer alle nur an Strom, doch schaut man mal genauer hin, merkt man, welch entscheidender Faktor Wärme auch gerade in dem Quartier hat“, machte Preysing deutlich. So werden Erdgas und Öl mit großem Abstand im Quartier am häufigsten verwendet, um Wärme zu erzeugen. Solarthermie und alternative Stromerzeugung sei im Viertel derzeit noch kein Thema. Preysing: „Schaut man auf die CO2-Emmission, reslutieren allein 73 Prozent aus der Wärmegewinnung und nur 27 Prozent aus Strom.“ Ein grund für die Hohe CO2-Emission sei der überdurchschnittliche Anteil von Ölheizungen, da liege der Hochkamp verglichen mit bundesweiten Durchschnittswerten deutlich über Schnitt. Woran das liegt? Preysing: „Zahlreiche Gebäude im Quartier sind zwischen 1958 und 1978 entstanden und die Wärmeschutzverordnungen gab erst erst 1979.“

Die Stadtwerke skizzierten Szenarien, wie die CO2-
Emmission bis 2030 um 25 Prozent gesenkt werden könne – „alles unter dem Aspekt der Kosten-Nutzen-Betrachtung, also der Bezahlbarkeit und des erreichten Umweltschutzes. Demnach sollten langfristig ein Großteil der Ölheizungen in Erdgasnutzung transferiert werden, bei Neubauten auch Wärmepumpen und Pellets mitgedacht werden. Auch Maßnahmen im Viertel, wie die Erneuerung der Straßenbeleuchtung, seien erfolgversprechend. Preysing: „Arbeiten alle im Viertel zusammen, liegen die kalkulierten Kosten pro eingesparter Tonne CO2 bei 139 Euro, ändert jeder individuell etwas, wäre die CO2- Einsparung etwas geringer, der Preis pro Tonne mit 179 Euro aber deutlich teurer.“ Das Angebot der Stadtwerke im Pilotquartier Hochkamp: Kostenlose Energieberatung der Bürger vor Ort, Hinweise zum Verbraucherverhalten der Mieter sowie Tipps zu Fördermitteln und Techniken. Ziel sei es, die Ergebnisse des Hochkamps auf andere Quartiere der Stadt zu übertragen, so Mißling. Er betont: „Nichts geschehe gegen den Willen der Anwohner, wir merken aber schon jetzt, dass das Interesse am Thema groß ist.“


zur Startseite

von
erstellt am 04.Feb.2017 | 00:33 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen