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Abschied vom Dienst : Ende einer ungewöhnlichen Soldaten-Laufbahn

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Hubertus Uhl wurde nach 30 Jahren in Ruhestand verabschiedet. Er war 15 Jahre bei den Eutiner Aufklärern.

Eine außergewöhnliche Soldatenlaufbahn ist in der vergangenen Woche mit einem feierlichen Appell in den Blücher-Barracks in Münster zu Ende gegangen: Kurz vor seinem 52. Geburtstag ist Hubertus Uhl in den Ruhestand verabschiedet worden. Der Oberstabsfeldwebel gehörte 15 Jahre lang dem Aufklärungsbataillon 6 in Eutin an, war über zehn Jahre Kompaniefeldwebel („Spieß“) der 2. Kompanie. Mit insgesamt sieben Auslandseinsätzen – zwei Mal Bosnien, einmal Kosovo, vier Mal Afghanistan – gehörte er zu den Aufklärern mit der größten Auslandserfahrung, und nur eine Handvoll Soldaten erhielten die Goldene Einsatzmedaille für den nordafghanischen Standort Kundus, die erst nach mindestens 690 Tagen am Einsatzort verliehen wird.

Der 1965 in Hannover geborene Sohn eines deutschen Vaters und einer englischen Mutter machte auf dem Gut Stendorf eine Landwirtschaftslehre, bevor er sich für zwei Jahre bei der Bundeswehr verpflichtete und 1987 seinen Dienst in der Rettberg-Kaserne Eutin antrat. Nach der Entlassung begann er in Hannover ein Studium der Umwelttechnik, entschied sich aber während einer Reserveübung im Frühjahr 1989 um und bewarb sich als Zeitsoldat: Erst für sechs Jahre, dann für zwölf verpflichtet – und schließlich wurde er Berufssoldat.

Nach Verwendungen in Munster und Fritzlar nahm er am ersten Auslandseinsatz der Eutiner Aufklärer in Bosnien Anfang 1998 teil, am 17. Oktober 2003 wurde er Spieß der 2. Kompanie. In dieser Funktion war er vier Mal in Afghanistan, drei Mal in Kundus, einmal in Masar-E Sharif stationiert. Die letzten drei Dienstjahre wechselte er als Spieß der 1. Kompanie in das Stabs- und Unterstützungsbataillon des Deutsch-Niederländischen Korps’ in Münster, weil er so mit seiner in Münster lebenden Frau und dem gemeinsamen Kind zusammenwohnen konnte.

Beim Appell, den zahlreiche Weggefährten Uhls aus Eutin begleiteten, unterstrich der Bataillonskommandeur Oberstleutnant Mark Steffen Gottschalk die besondere Rolle von Kompaniefeldwebeln, die nicht umsonst den Beinahmen „Mutter der Kompanie“ haben.

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erstellt am 29.Mai.2017 | 11:25 Uhr

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