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Lutz-Michael Arndt (li.) und Marc Neumann zeigen den in der Senke verbauten Blähton.
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Lutz-Michael Arndt (li.) und Marc Neumann zeigen den in der Senke verbauten Blähton.

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shz.de von
31. Mai 2018, 21:29 Uhr

„Sieht fast fertig aus“, sage ich als Laie beim Anblick an der derzeit gesperrten Kreuzung der B 76 Höhe Röbel. Die beiden Experten schmunzeln. „Noch nicht ganz“, sagt Lutz-Michael Arndt vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein und sein Kollege Marc Neumann fügt hinzu: „Die Asphaltierarbeiten laufen noch und die 1,5  Kilometer Gehweg sind noch fast im Rohzustand.“ Aber: In spätestens drei Wochen, am 22. Juni, soll das derzeit gesperrte Stück der B 76 von Eutin bis Middelburg wieder offen sein. „Wenn wir früher fertig werden, auch eher“, sagt Neumann.

In neun Wochen wurden dann nicht nur auf 4800 Metern der Bundesstraße die Fahrbahndecke erneuert, sondern riesige Erdmassen bewegt, um das Moorlinsenproblem in der Senke des Bauabschnitts in den Griff zu bekommen. Auf einer Länge von 207 Metern wurde, nachdem die alten Schichten abgefräst waren, rund 7500 Kubikmeter Erde abgetragen, die die ausführende Firma Strabag unter anderem zum Verfüllen eigener Kieskuhlen nutze. „Neben altem Kleinpflaster, was früher wohl mal auf der Straßenoberfläche lag, haben wir auch mit Pech belastete Schichten gefunden, die getrennt entsorgt werden mussten“, erzählt Neumann. Die beiden schätzen die Entstehungszeit anhand gefundener Pflastersteine „auf kurz nach dem Krieg“ ein. Die Pechbelastung war keine Überraschung. „Wir haben im Vorfeld Bohrungen gemacht, um den Untergrund zu untersuchen und zu wissen, was uns erwartet“, sagt Arndt. „Wir haben uns dann 2,80 Meter tief gegraben, um den Blähton in einem Geotextil über der Moorlinse einzubauen“, sagt Neumann.

Blähton sieht aus wie Seramis, dem Pflanzgranulat für Hydrokulturen, und hat die positive Eigenschaft, nur gut ein Drittel der üblichen Erdmassen zu wiegen. Außerdem brauche es keine extra Verdichtungsarbeit, da die Teilchen innerhalb des Textils dann fest sitzen. „Wir haben die acht bis zwölf Meter tiefe Moorlinse darunter so erheblich entlastet, damit die Straße obendrüber nicht mehr absacken kann, wie es vorher passierte“, so Arndt. Das Vlies rund um den Blähton habe außerdem den Vorteil, Wurzelwerk der Bäume abzuhalten und dem Ton in sich Stabilität zu geben, damit er sich unter der Last der Trag-, Binder- und Deckschicht nicht in die Seiten verteile und genau dort bleibe, wo er hin soll. 5500 Kubikmeter Blähton sind in der Senke verbaut – umgerechnet sind allein das gut 550 Lkw-Ladungen, ebenso viele wurden laut Experten an Erdreich herausgeholt.

Für die Entwässerung bauten die Experten eine Drainage ins Erdreich. Außerdem kam auf ganzer Strecke unter die tragenden Schichten eine Frostschutzschicht, „damit das typische Hochfrieren, das man von früher kennt, nicht passiert“, sagt Arndt.

Ein Teil der abgefrästen Schichten wurde im Süseler Werk recycelt und kommt im erneuerten Stück der B 76 tiefer, als Tragschicht, zum Einsatz. „Die Nähe zum Werk in Süsel war super, denn es ist ein hoher logistischer Aufwand, damit alles reibungslos läuft“, weiß Neumann.

Er schaut regelmäßig bei den Baustellen im Land vorbei, auch bei dieser. Gab es noch irgendwelche Besonderheiten? „Der Schutz der dicht am Fahrbahnkörper stehenden Bäume, aber das sind wir gewöhnt, damit können wir umgehen.“ Und sonst? „Meinen Wunsch, dass Fahrer bei solchen Baustellen nicht ihrem Navigationsgerät, sondern unseren Umleitungsschildern trauen“, sagt Neumann. Trotz gesperrter Kreuzung von Bockholt nach Röbel, die ausschließlich für die Busse und die Entsorgerbetriebe frei ist, fahren zig’ Ortskundige die Abkürzung, „und viele Laster darunter, die dann einfach drehen müssen“. Die Anlieger der Schleichwege sind genervt, aber die Experten können nur ans Verständnis appellieren: „Wir können eine Hauptverkehrsader nur im gesperrten Zustand sanieren. Hätte das keine Auswirkungen, wäre die Straße überflüssig.“ Neumann: „Wir waren schnell. Angesichts dieser großen Maßnahme sind neun Wochen echt sportlich.“ Nach den Asphalt- und Gehwegarbeiten geht es an die Markierungen, Pfosten und Seitenstreifen. „Der typische Kleinkram“, sagt Arndt zum Schluss unseres Treffens. Fast fertig also, sag’ ich doch.

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