Elternbitte: Keine Halle am Bahnhof

Wo heute noch der Ersatz-ZOB ist, soll ab Herbst Baustart für die Sporthalle sein. Viele Eltern wollen das nicht.
Wo heute noch der Ersatz-ZOB ist, soll ab Herbst Baustart für die Sporthalle sein. Viele Eltern wollen das nicht.

„Das Beste für unsere Kinder“: Internetseite zur Sporthalle und Unterschriften-Aktion sollen Fraktionen zum Umdenken bewegen

shz.de von
21. Juni 2018, 00:59 Uhr

Eigentlich ist der Zug abgefahren, doch einige Eltern der Wilhelm-Wisser-Gemeinschaftsschule (WWS) wollen nichts unversucht lassen, um den Bau der geplanten Dreifeld-Halle am derzeit beschlossenen Standort ehemaliger Güterbahnhof zu verhindern. Mit einer gerade laufenden Unterschriftenaktion versucht Schulelternbeirat Jan Peter das aktuelle Stimmungsbild an der WWS einzufangen, um es dem nächsten Schulausschuss zu präsentieren. Noch hat er nicht alle Briefe zurück, „aber die bisherige Tendenz ist eindeutig in Richtung Neubau an einem anderen Ort“, sagt Peter auf Nachfrage.

Ihm zur Seite steht Thorben Junge, der als Vater und Eutiner, „das beste für unsere Kinder“ erreichen möchte.
So steht es auf der von
ihm gestalteten Homepage www.sporthalle-eutin.de. Dort aufgelistet sind nicht nur die politischen Beschlüsse, die bisher gefasst wurden, sondern auch Hintergrundinfos. „Es soll der Unterstützung von Jan Peter dienen. Oft muss er in Gesprächen mit der Information ganz vorn anfangen, weil es ein sehr komplexes Thema ist. Auf dieser Seite können sich Interessierte informieren“, sagt Junge. Die derzeit angestrebte Lösung für den Schul- und Vereinssport sei besonders für die Schule keine gute Lösung. Der Familienvater rechnete anhand von Stundenplänen aus, dass für die Begleitung der Klassen 5 bis 8 insgesamt 13 Lehrerstunden für den Weg von und zur Halle (je 15 Minuten laut Schule kalkuliert) „draufgehen“. Außerdem würden die insgesamt 30 Minuten Wegzeit von den Sportunterrichtsstunden der Klassen 5 bis 10 nicht gegeben werden können, dies seien
21 Stunden Sportunterricht-Verlust für die Schüler, so
Junge.

Welche Alternativen es aus Sicht der Eltern zu den derzeitigen Planungen gibt und welche schon in Gremien diskutiert wurden, sollen auf der Seite, die noch keine Woche online ist, noch eingefügt werden. „Ob all das etwas bringt, weiß ich nicht, aber ich möchte am Ende nicht sagen, hätt’ ich es doch nur gemacht. Ich möchte es zumindest versucht haben“, erklärt Junge seinen Ansporn.

Jan Peter, Elternbeiratsvorsitzende, sieht das ähnlich: „Ich hoffe bis zuletzt, dass wir die Fraktionen mit einer Vielzahl an Unterschriften noch einmal zum Nachdenken bewegen. Der Beschluss unserer Schulkonferenz, die sich gegen die Halle am Bahnhof aussprach, ist nicht bindend, wurde nur zur Kenntnis genommen.“ Es gehe nicht nur um aktuelle Schüler, sondern alle weiteren, die kommen werden. Mit diesen Planungen lege sich Eutin auf Jahre fest und es gehe schließlich um Eutin als Schulstandort insgesamt. Da müsse die Frage erlaubt sein, ob es wirklich nicht besser gehe, ob es wirklich kein Zentrum samt neuer Halle geben könne. Der Appell beider: „Nicht nur derzeitige Eltern von Schulkindern sind betroffen. Das Thema geht jeden etwas an. Denn wenn Eutin als Schulstandort verliert, wirkt sich das auf
die zukünftigen Einwohner, Wirtschaft und Lebensqualität aller aus.“ Wer kein Kind an der Wisser-Schule hat, und deshalb keinen Elternbrief mit Bitte um Abstimmung bekam, kann die Petition auf der Internetseite sporthalle-eutin. de ausfüllen.

Baubeginn der Stadt für die Dreifeldhalle am Bahnhof ist noch in diesem Herbst geplant. Anfang Juni wird das Thema im Schulausschuss behandelt werden.

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