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Eltern und CDU wollen in Plön keine Oberstufe

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Berufliches Gymnasium will leerstehende Unterrichtsräume in Plön nutzen

von
erstellt am 27.Nov.2014 | 11:15 Uhr

Sinkende Schülerzahlen sorgen für leer stehende Räume in der Plöner Gemeinschaftsschule am Schiffsthal. Doch damit könnte bald Schluss sein: Das Berufliche Gymnasium in Preetz platzt nämlich aus allen Nähten und hat Interesse, in einer Außenstelle am Plöner Schiffsthal einen neuen Zweig für das beliebte Fachabitur im Gesundheitsmanagement zu eröffnen.

Die Gemeinschaftsschule am Schiffsthal hatte jüngst zur Sicherung ihrer Zukunft und zur Optimierung des Unterrichts politisch umjubelte Kooperationsverträge mit dem Gymnasium Schloss Plön und dem Regionalen Berufsbildungszentrum geschlossen (der OHA berichtete). Mit der jetzt neu vorgeschlagenen Raumnutzung befasst sich der Schulverband Plön Stadt und Land in seiner Sitzung Mitte nächster Woche.

Das Ansinnen aus Preetz weckt aber auch Kritiker: Sie fürchten, dass durch so eine „Mini-Oberstufe“ die kreisweite Schulentwicklungsplanung ausgehöhlt wird. Entsprechende Erklärungen gaben gestern der Elternbeirat des Plöner Gymnasiums und die CDU-Kreistagsfraktion ab.

Der Vorstand des Schulelternbeirates des Gymnasiums Schloss Plön fürchtet demnach um die Schaffung einer weiteren, das Abitur ermöglichenden Oberstufe an einer weiterführenden Schule und vor allem eine damit einhergehende Schwächung des Gymnasiums Schloss Plön. Die Vorstandsmitglieder Olaf Leitgeb, André Bald und Astrid Schulz-Evers sagten voraus, dass rückläufigen Schülerzahlen Kürzungen der Lehrerstellen folgten.

Eine zusätzliche Oberstufe, für die auch Lehrerstellen benötigt würden, verschärfe nur den bereits vorhandenen Lehrermangel in allen Schulen. Wenn weitere Schulen dem Plöner Beispiel folgten, beginne kreisweit ein ruinöser Wettbewerb an den Schulen. Der Elternbeirat appellierte an die Entscheidungsträger im Schulverband, gegen eine weitere Oberstufe in Plön zu stimmen. Die Butenplöner, eine Vereinigung der ehemaligen Gymnasiasten, schwimmen mit dem Schulelternbeirat auf einer Welle: „Sie fürchten, dass die Qualität des Abiturs am renommierten Gymnasium Schloss Plön sinkt, sagte die Vorsitzende Astrid Schulz-Evers.

Die CDU-Kreistagsfraktion beantragte gestern zu diesem Thema eine Sondersitzung des Kreis-Schulausschusses mit dem Hinweis: „Das Berufliche Gymnasium soll am Standort Preetz bleiben.“ Die CDU fürchtet, dass bei sinkenden Schülerzahlen ein Verdrängungswettbewerb zwischen den Oberstufen forciert werde, bei dem Standorte auf der Strecke blieben. Der Kreis Plön habe zudem viel Geld in Ausstattung und Sanierung des Beruflichen Gymnasiums in Preetz gesteckt. „Es ist nicht einzusehen, dass nun externe Räume angemietet werden sollen“, sagte der schulpolitische Sprecher der CDU-Kreistagsfraktion, Tade Peetz.

Der CDU-Kreistagsabgeordnete und Schulpolitiker André Jagusch will zwar „einen Qualitätswettbewerb, aber keinen Verdrängungswettbewerb durch weitere Angebote, die die Schülerzahlen nicht hergeben“. Für die Lehrkräfte des Beruflichen Gymnasiums bedeute die Auslagerung an einen 15 Kilometer entfernten Standort durch die zusätzlichen Fahrtwege für zum Teil einzelne Unterrichtsstunden einen enormen zeitlichen Mehraufwand. Eine einzügige Oberstufe lasse sich kaum effizient organisieren.

Heute wollen die drei Schulleiter dieses Thema gemeinsam in der Gemeinschaftsschule am Schiffsthal erörtern. Aus Lehrerkreisen heißt es dazu, dass die Gemeinschaftsschule keine Lehrer für das Berufliche Gymnasium abgebe. Das Berufliche Gymnasium bleibe eine eigene Einheit. Die Attraktivität des Schulstandortes Plön gewinne. Außerdem biete sich so eine Alternative für Schüler aus Plön und Umgebung, denn sie müssten derzeit bestehende Angebote im Gesundheitsmanagement in Kiel und Eutin nutzen.





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