Bosau : Eltern müssen jetzt Schulbus bezahlen

Die Schülerbeförderung für die Hutzfelder Regionalschüler wird ab dem Sommer kostenpflichtig.

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21. Juni 2012, 11:50 Uhr

Bosau | Jetzt sind die paradiesischen Zeiten auch in Bosau vorbei: Eltern müssen für die Schülerbeförderung zahlen - zumindest im Sommerhalbjahr. Diesen Beschluss fasste der gemeindliche Hauptausschuss in seiner jüngsten Sitzung. "Wir müssen in der Gemeinde Bosau sparen", begründete Ausschussvorsitzende Birgit Steingräber-Klinke den Entschluss im OHA-Gespräch. Schreiben der Gemeinde an alle betroffenen Eltern der rund 50 Schüler sind verschickt.

Bosau hat sehr für den Erhalt der Heinrich-Harms-Schule gekämpft. Sie wird als Regionalschule angeboten - eine Schulart allerdings, die nach der neuen Landesregierung auslaufen soll. So wurde für die freie Schulwahl der Eltern ein gemeindlicher Anreiz geschaffen, die Kosten für die Schülerbeförderung zu übernehmen. Damit entschieden sich viele Eltern für die weiterführende Heinrich-Harms-Schule in Hutzfeld und nicht in Nachbarorten. So trugen sie auch zum Erhalt der Regionalschule in Hutzfeld bei.
Betroffen sind etwa 50 Schüler

Betroffen sind etwa 50 Regionalschüler aus Hassendorf, Löja, Wöbs, Bosau und Brackrade. Sie haben keinen Anspruch mehr auf Übernahme der Schülerbeförderungskosten, schreibt die Gemeinde Bosau. Der Grund: Die vorgegebene Mindestentfernung von vier Kilometern für weiterbildende Schulen vom Wohnort bis zur Schule wird unterschritten. Die "angespannte Finanzlage" der Gemeinde wird als Grund für die Wende in der Zuschuss-Politik angeführt.

Eltern aus Hassendorf zum Beispiel müssen für ihre beiden Kinder dann rund 60 Euro im Monat aufbringen, um ihnen den Weg zur Schule mit dem Schulbus zu ermöglichen. Im Winter übernimmt die Gemeinde dann wieder die Kosten. "Ich fühle mich abgezockt", schreibt der Vater aus Hassendorf erzürnt an den OHA. Er sieht die Kosten für die nur zwei Kilometer lange Strecke von Hassendorf nach Hutzfeld in Höhe von 75 Cent pro Fahrt und Schüler als überteuert an.
Bosau spart so 10.850 Euro ein

Birgit Steingräber-Klinke (SPD) spricht auf OHA-Nachfrage von "Gleichbehandlung" zu anderen Kommunen. Andere kritische Eltern beklagen einen fehlenden Radweg von Löja. SPD-Gemeindevertreterin Steingräber-Klinke, selbst Lehrerin, weiß, dass an den Schulen Verkehrsunterricht gegeben und Fahrradprüfungen abgenommen werden. Anderen Kritikern, die ihre Kinder nun an anderen Schulen anmelden wollen, sagt sie: "Da ist auch kein Platz mehr."

Durch die Abwälzung der Kosten der Schülerbeförderung für die Sommermonate auf die Eltern der Regionalschüler spart die Gemeinde Bosau nach Rechnungen von Birgit Steingräber-Klinkte etwa 10.850 Euro ein. Aus pädagogischer Sicht findet sie es in Ordnung, wenn die Kinder mit dem Rad zur Schule fahren: "Und wenn es mal regnet, dann gibt es auch die richtige Kleidung für die Kinder."

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