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Arbeitsmarkt-Projekt : Eltern im Fokus der Arbeitgeber

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Arbeitsamt wirbt in Zeiten des Fachkräftemangels für die Einstellung von Eltern

Der demografische Wandel und der damit verbundene Fachkräftemangel seien inzwischen nicht mehr nur theoretisch, sondern konkret, betonte Wolfgang Werner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Lübeck, gestern bei der Unternehmer-Mittagspause. Aus diesem Grunde sollen Arbeitgeber auch verstärkt Bewerber in Betracht ziehen, die sonst nicht so sehr im Fokus stehen. Eltern und Alleinerziehende etwa.

Welche Vorteile eine solche Wahl haben kann und wie auch kleine und mittelständische Unternehmen für Eltern attraktiv werden können, darüber sollten Arbeitgeber informiert werden. „Wir bieten diese Unternehmer-Mittagspause rund vier Mal im Jahr an“, erklärt Karsten Marzian, Geschäftsführer des Jobcenters Lübeck. In den rund zwei Stunden sollen Arbeitgeber zusammengebracht und ihnen die Möglichkeit gegeben werden, sich zu unterschiedlichen Themen auszutauschen. Gestern, zum von den Arbeitsagenturen bundesweit ausgerufenen Aktionstag, stand das Thema „Jobs für Eltern“ auf dem Plan.

Derzeit gebe es in Ostholstein 3000 Eltern, die eine neue Beschäftigung suchen, so Marzian. „Verglichen mit anderen Arbeitnehmern haben sie häufig eine gleich- oder auch höherwertige Qualifikation.“ Und noch einen Vorteil hat Marzian bei Eltern ausmachen können: „Sie verfügen durch ihre Lebenssituation über besondere Kompetenzen, wie gutes Organisationstalent oder ausgeprägte Eigenständigkeit.“

Welche kreativen Möglichkeiten der Kinderbetreuung Eltern etwa mit Hilfe ihres Arbeitgebers umsetzen können, berichtete Kathrin Kunkel, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt des Jobcenters Ostholstein. Sei eine Firma für einen eigenen Betriebskindergarten zu klein, so könne er sich beispielsweise mit anderen Firmen zusammenschließen. Wie es gerade vier Malenter Kliniken überlegen.

Wie die Zusammenarbeit mit Eltern funktionieren kann, berichtete Elke Sönnichsen, Pflegedienstleiterin des ASB in Heiligenhafen. So gebe es etwa spezielle „Elterntouren“, das heißt, Eltern müssen nur zwischen 8 und 11.30 Uhr arbeiten, um ihre Kinder rechtzeitig zur Kita bringen zu können. Auch müssen Alleinerziehende keine Rufbereitschaft übernehmen. „Geeignete Schreibarbeiten können Eltern auch mal mit nach Hause nehmen“, so Sönnichsen. Sie betonte aber auch, dass es aber nicht nur um die speziellen Wünsche von Eltern gehe. „Jeder Mitarbeiter darf Wünsche anmelden, auch die Kinderlosen.“ Wie gut das funktioniere, zeige ihr Beispiel: „Ich fing vor 13 Jahren beim ASB an, damals noch mit einem drei Jahre alten Kita-Kind.“

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erstellt am 04.Sep.2013 | 00:33 Uhr

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