Eutin : Elisabeth Plessens Liebeserklärung an Ostholstein

Elisabeth Plessen im Gespräch mit Dr. Wolfgang Griep. Foto: crs
Elisabeth Plessen im Gespräch mit Dr. Wolfgang Griep. Foto: crs

Als einen "historischen Roman" bezeichnete Moderator Dr. Wolfgang Griep das Buch, mit dem Elisabeth Plessen in die Eutiner Kreisbibliothek gekommen war

Avatar_shz von
02. Dezember 2011, 11:01 Uhr

Eutin | "Ida" spielt in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Und zum Teil spielt der Roman der auf Gut Sierhagen geborenen Elisabeth Plessen auch in Ostholstein. "Diese Landschaft liebe ich heiß und innig", gestand die 65-jährige Autorin und Übersetzerin.

Überhaupt sei vieles in ihrem 2010 erschienenen Roman autobiografisch, wie Plessen nach der Lesung im Gespräch mit Griep zugab. So sei die männliche Hauptfigur ein Architekt, weil sie selbst als Studentin im Haus eines Architekten gelebt habe. "Er hat mich empfänglich für dieses spröde Thema gemacht", gestand Plessen. Im Grunde genommen sei der Roman sogar ein Loblied auf diesen damaligen Architekten.

Weiterer großer Themenblock in "Ida" sei die Abhängigkeit der Frauen von den Männern. "Ich komme ja selbst aus einer sehr patriarchalischen Familie", sagte Plessen. Mit diesen patriarchalischen Strukturen hatte sie sich schon 1976 in "Mitteilungen an den Adel" beschäftigt.

Doch auch wenn der Architekt, genau wie die Autorin, einen großen Teil seines Lebens in Italien verbringt - nicht alle Aspekte des Romans dürfe man streng autobiografisch interpretieren. "Ein Haus, das der Architekt im Buch in Pelzerhaken baut, das steht in Wirklichkeit in einem ganz anderen Land", berichtete Plessen. Den fiktiven Standort des Hauses in der Nähe eines Leuchtturmes gebe es jedoch wirklich. "Und auch die Kaninchen, die ich bei der Recherche gesehen habe, kommen im Buch vor", sagte Plessen verschmitzt.

Derzeit arbeitet die Autorin und Übersetzerin an einem Theaterstück extra für Schauspielerinnen über 60 Jahre. "Es hat mich geärgert, dass Frauen in diesem Alter kaum noch engagiert werden", erklärte Plessen. Und vielleicht lässt die Lebensgefährtin des 2009 verstorbenen Regisseurs Peter Zadek ja auch hier wieder Autobiografisches mit einfließen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen