Elf Unterstützer für Siebensitzer

Ortstermin am Gemeinschaftsmobil: Bürgermeister Carsten Behnk (vorn, Mitte) und ein Teil der Sponsoren, denen er gestern offiziell im Rathaus für ihr Engagement dankte.
Ortstermin am Gemeinschaftsmobil: Bürgermeister Carsten Behnk (vorn, Mitte) und ein Teil der Sponsoren, denen er gestern offiziell im Rathaus für ihr Engagement dankte.

Premiere in Eutin: Sponsoren finanzieren Gemeinschaftsmobil für die Stadt / Fahrzeug für Verwaltung und Co. im Einsatz

shz.de von
08. Februar 2018, 12:07 Uhr

Die Stadt Eutin hat neue Wege ausprobiert, mobil zu sein. Kein Leasing, sondern Sponsoring brachte der Festspielstadt jetzt einen werksneuen Siebensitzer ein. Bürgermeister Carsten Behnk stellte das neue Fahrzeug gestern Nachmittag im Rathaus vor und dankte dabei allen Unterstützern und Förderern für ihr soziales Engagement.

Es ist das erste Mal, dass Eutin sich Geld für ein Fahrzeug spart und andere zahlen lässt. Dafür, dass sich die Sponsoren finanziell am Auto beteiligt haben, sind deren Firmenlogos auch am Fahrzeug angebracht.

Die Unterstützer des Projekts hatte eine Agentur in und um Eutin ausfindig gemacht. Mit im Boot – pardon im Auto – sind Taxi Wiese, die Parkresidenz Wilhelmshöhe, Famila, Anja‘s Haarwelt, das Mattiehaus, Udo Rieder Dentaltechnik GmbH, die Hausarztpraxis „Die Internisten“, Andreas Gischler Communications Shop, die Rosen-Apotheke, die LDS GmbH sowie „Ingenieurbüro Höger und Partner GmbH“. Aber auch die Stadtverwaltung Eutin ist mit Werbung am Siebensitzer vertreten – und wirbt auf dem Wagen um neue Auszubildende, so Behnk.

Den Sponsoren war es fast unisono wichtig, „für einen guten Zweck“ gespendet zu haben. „Wir wollen die eigene Marke stärken und dabei soziale Projekte in der Region fördern“, brachte es Heinrich Evers, frischgebackener Famila-Marktleiter, auf den Punkt.

Das sogenannte Gemeinschaftsmobil ist nun für das Jugendzentrum, das Standesamt sowie in weiteren Bereichen der Verwaltung im Einsatz – und das bereits seit rund drei Monaten. „Übersichtlich, modern, fährt sich gut“ lautete das Urteil von Lietzke.

Bei der Wahl des Fahrzeugs sei die Stadt „konventionell vorgegangen“, sagte Andreas Lietzke, Büroleiter im Rathaus. An ein Elektromobil habe man sich noch nicht herangetraut, so Lietzke augenzwinkernd.

„Das ist ein gutes Beispiel
für öffentlich-private Partnerschaft“, sagte Stadtmanagerin Kerstin Stein-Schmidt.

Nicht überall sind derartige Zusammenarbeiten gern gesehen. Die Nachbargemeinde Malente hatte erst vor kurzem so einer Partnerschaft eine Absage erteilt. Eine Firma aus Bayern hatte angeboten, der Malenter Feuerwehr kostenlos einen Kleinbus bereitzustellen, der mit Werbung von Firmen aus der Region finanziert werden sollte (wir berichteten). Mit dem Auto hätten Kinder- und Jugendliche der Wehr transportiert werden können. Mit sechs gegen drei Stimmen hatte der Hauptausschuss das Geschenk Anfang Dezember 2017 jedoch abgelehnt. Die Begründung: Die Gemeinde hätte ansonsten der Feuerwehr etwas ermöglicht, das sie anderen Vereinen mit Jugendabteilungen nicht gewähren würde.

Das Eutiner Gemeinschaftsmobil soll ein halbes Jahrzehnt der Stadt dienen. Behnk wünschte den Sponsoren durch die fahrende Werbung viele Kunden und hoffte, dass sie vielleicht auch das Nachfolgemodell wieder finanzieren würden.

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