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Elektroniker informieren sich über Arbeitssicherheit

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

shz.de von
erstellt am 04.Okt.2017 | 12:17 Uhr

Gefahr ist für Elektroniker latent vorhanden. „Strom sieht man nicht, Strom hört man nicht, Strom riecht man nicht – und wenn man ihn spürt, ist es schon zu spät.“ Das sagte Michael Heurich gestern in Eutin. Der Ingenieur der Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM) war mit zwei Kollegen bei der Beruflichen Schule des Kreises Ostholstein in Eutin zu Gast. Das Trio will noch bis Freitag 50 angehende Elektroniker der Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik für die Ursachen von Arbeitsunfällen und Gesundheitsgefahren sensibilisieren.

Rund zehn Auszubildende im zweiten Lehrjahr besuchten deshalb den Schulungstruck der BG, der vor der Außenstelle am Holstenweg geparkt hatte. Begleitet von Studienrat und Ingenieur Jens Wohlan, Initiator dieses ersten Präventionsbesuchs, hörten sie Nikolai Isaak zu, der mit dem Truck im Nordwesten Deutschlands weiterbildet.

Den Akkuschrauber mit einigen Nägeln in einer Tasche bei sich zu tragen sei gefährlich. Denn kommen die Schrauben an die Pole, könne es anfangen zu brennen. Fünf Regeln helfen, so etwas zu vermeiden: „1. Freischalten, 2. Gegen Wiedereinschalten sichern, 3. Spannungsfreiheit feststellen, 4. Erden und kurzschließen, 5. Benachbarte, unter Spannung stehende Teile abdecken.“

Doch die Gefahren bestehen nicht nur bei der direkten handwerklichen Tätigkeit. Sie drohen auch in den nötigen Randarbeiten, wie dem Reinigen der Werkstatt. Das zeigte Isaak an einem kleinen Experiment – das er auch für die Bebilderung dieses Artikels vorführte. Der ursprünglich gelernte Fahrlehrer ließ „Lycopodium“ (anstelle von Staub) in einem durchsichtigen Behälter mit Sauerstoff und Zündquelle aufeinandertreffen – sofort kam es zur Verpuffung. Diese Reaktion könne passieren, wenn der Staub in der Werkstatt nicht abgesogen, sondern weggeblasen und damit aufgewirbelt werde, erklärte Isaak.

Bisher sei der Unterricht nicht so interessant gewesen, stellte einer der Azubis leise fest und meinte damit den bis dahin experimentfreien Frontalunterricht im Truck. Doch auch ohne praktischen Test hatte der ein odere andere schon Erkenntnisse für sich gewinnen können. „Ich habe gelernt, warum es so wichtig ist, auf die Eigensicherung zu achten, wenn man in der Höhe auf Leitern oder Gerüsten arbeitet“, sagte Dave Isenring aus Timmendorfer Strand.

Vorschriften zur Arbeitssicherheit gebe die EU vor, sagte Heurich. Die Unternehmer müssen die nötigen Vorkehrungen zur Umsetzung treffen. Die Versicherten seien verpflichtet, Sicherheitsequipment und -vorgaben zu nutzen.

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