Ratekau : Einsturzgefahr abgewendet

Die Feldsteinkirche Ratekau  Foto: Jürgen Beck/hfr
Die Feldsteinkirche Ratekau Foto: Jürgen Beck/hfr

Drei Jahre Sanierung der Feldsteinkirche in Ratekau werden mit einem Festwochenende abgeschlossen

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26. August 2011, 08:35 Uhr

Ratekau | Für rund 1,7 Millionen Euro ist die Ratekauer Feldsteinkirche in den vergangenen drei Jahren restauriert worden. Den offiziellen Abschluss markiert ein Festwochenende, das Kirchengemeinde und Förderverein "Freunde der Ratekauer Kirche" von heute bis Sonntag (26. bis 28. August) ausrichten.

Teile der etwa 850 Jahre alten Kirche seien sogar von Einsturz bedroht gewesen, erinnert sich Pastorin Anke Dittmann an den Beginn der Sanierung 2008. Zur Begleichung der Rechnungen flossen knapp 950 000 Euro aus Berlin aus dem Konjunkturpaket. An den Kosten beteiligt haben sich weiter Kirchenkreis, Kirchengemeinde, viele Privatpersonen über den Förderverein sowie zwei Stiftungen. Offen sind noch 115 000 Euro, deshalb sind weitere Spendenaktionen in Vorbereitung.

Die Sanierung erfolgte in drei Bauabschnitten. Im ersten konzentrierten sich die Arbeiten auf den Altarraum mit der einsturzgefährdeten Apsis. In den beiden folgenden wurde das Dach des Kirchenschiffes neu gedeckt und es wurden die Mauern von außen wie innen ausgebessert. Der Kirchturm bekam eine neue Verfugung und Stabilisierungsringe als zusätzlichen Halt, zumal sich der Turm ein Meter nach Westen neigt.

Klima und Bausubstanz sowie Kunstwerke schonen soll eine moderne Erdwärmeheizung. Deren Konzeption und Betrieb wird im Rahmen eines von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt geförderten Pilotprojekts wissenschaftlich begleitet.

Für das Gotteshaus wird als Baujahr 1238 angenommen. Für den Beginn des 13. Jahrhunderts sprechen Zimmermannszeichen, die im Dachstuhl entdeckt wurden: "Die sind einmalig, haben mir die Fachleute versichert, weil hier noch Beilstriche und Zirkelzeichen verwendet wurden. Erst später haben die Handwerker ihre Signaturen mit römischen Ziffern versehen", schildert die Pastorin.

Das Festwochenende beginnt heute Abend um 20 Uhr mit einem Konzert der Irish-Folk-Gruppe "Glennfiddle", dessen Einnahmen in die Sanierung fließen. Morgen folgt von 14 bis 18 Uhr ein "Tag der offenen Tür" mit Kirchenführungen, vielen erlebnispädagogischen Angeboten speziell für Kinder und Jugendliche, außerdem einer Ausstellung sowie Musik und Aktionen. Sonntag beginnt um 10 Uhr ein Musikalischer Festgottesdienst mit den Chören aus Ratekau und Niendorf. Die Kirche bleibt bis 14 Uhr geöffnet und es werden Führungen angeboten.

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