Einsatzkräfte „technisch souverän“

Nach Entfernung des Fahrzeugdachs versorgten die Sanitäter die Patienten weiter.
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Nach Entfernung des Fahrzeugdachs versorgten die Sanitäter die Patienten weiter.

Bösdorf: Großübung forderte am Wochenende über 70 Einsatzkräfte / Zusammenspiel von Sanitätern und Feuerwehr funktionierte gut

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16. Mai 2015, 16:20 Uhr

Bei einem illegalen Autorennen verunglückten am Sonnabendmorgen am Buschkampredder Ecke Meinsdorfer Weg in drei Fahrzeugen 15 Personen, vier davon schwer. So sah das Szenario aus, das der Katastrophenschutz und der Sanitätsdienst der Johanniter Kiel für eine Übung konzipierte. Auch die Freiwilligen Feuerwehren aus Bösdorf und Kreuzfeld trainierten den Ernstfall mit vielen Verletzten.

Beim Eintreffen der ersten Sanitäter an der „Unfallstelle“ bot sich ein schlimmes Bild: Ein Opel Omega war mit vier Personen gegen einen Baum gefahren. An einem Knickwall stand ein VW Polo, in dem ebenfalls vier Unfallbeteiligte saßen. Und in einem Fiat-Kleintransporter, der in einer Feldeinfahrt
zum Stehen gekommen war, fanden die Erstretter sieben Personen. Die 14 Darsteller ließen das Geschehen durch Hilferufe, Weinen und Hilflosigkeit sehr real erscheinen.

„Ziel dieser Übung ist es, den Umgang mit Patienten in einer derartigen Situation mit vielen Verletzten zu trainieren, um für den Realfall optimal vorbereitet zu sein“, sagte der Koordinator der Großübung, Jan-Philipp Meyer. Die beteiligten
Sanitäter hatten in den vorangegangenen vier Tagen im Zeltlager Adlerhorst an einer Fortbildung teilgenommen und setzten zum Abschluss ihre Fähigkeiten in der Praxis um. „Die Herausforderung dieser Großlage war die extreme Patientenrettung, an der die Feuerwehr beteiligt war“, sagte Einsatzleiter Björn Lüth von der Bösdorfer Feuerwehr. Nach der Selektion von Schwer- bis Leichtverletzten durch die Sanitäter seien das schnelle Erfassen der Situation und die Einsatzkoordination wesentlichen Aufgaben. Der Schwerpunkt liege dabei auf einer guten Kommunikation zwischen Feuerwehr und den Sanitätern.

„Im Realfall wäre die Feuerwehr Plön nachalarmiert worden“, so Plöns Kreisbrandmeister Manfred Stender, der den Aktiven
an der „Unfallstelle“ eine technische Souveränität
bescheinigte. Die Plöner Wehr sei durch eigene Dienste verhindert gewesen. Um die schnelle Versorgung der „Verletzten“
zu gewährleisten wurden zwei Rettungswagen nachalarmiert. Insgesamt waren an der Übung 36 Sanitäter sowie von der Bösdorfer Feuerwehr 15 und aus Kreuzfeld 23 Blauröcke beteiligt. 


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