Plön : Einsatz mit Herz und Blaulicht

Kein Vergleich: Vor gut 150 Jahren wurde das selbst ins Horn geblasen. Heute ist der Einsatzwagen so modern (rechts), dass modernes Arbeiten udn Retten möglich ist.
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Kein Vergleich: Vor gut 150 Jahren wurde das selbst ins Horn geblasen. Heute ist der Einsatzwagen so modern (rechts), dass modernes Arbeiten udn Retten möglich ist.

Feuerwehren im Kreis feierten „Blaulichttag“ und präsentierten historische und modernste Fahrzeuge sowie Rettungstechniken.

shz.de von
03. September 2018, 17:01 Uhr

Die Feuerwehr rief, und alle kamen am Samstag – zum „Blaulichttag“ der Feuerwehren anlässlich des 125-jährigen Jubiläums der Feuerwehren im Kreis Plön. Gut 30 Wehren aus dem Kreis präsentierten mit mehr als 250 Freiwilligen nicht nur Technik von gestern bis heute, in Kooperation mit anderen Hilfsorganisationen auch ein buntes Aktions- und Mitmachprogramm für die Besucher. Neben den Wehren waren auch das THW, das DRK, der ASB, die Johanniter, die DLRG, der Rettungsdienst, der Löschzug Gefahrgut und die Hundestaffel der Polizei vor Ort.

Die Feuerwehren im Kreis waren schon immer etwas Besonderes. 1866 bildete sich die erste Freiwillige Feuerwehr in Lütjenburg, sechs Jahre später in Plön und 1875 in Preetz. Die erste Ausrüstung bestand aus einer Handspritze und Löscheimern; statt Blaulicht und Martinshorn stieß der Mann auf dem Bock der Spritze beim Einsatz ins Horn – zu sehen und zu bewundern mit einer 125 Jahre alten Spritze der Feuerwehr Stakendorf auch in Plön. Für Kreiswehrführer Manfred Stender war der Aktionstag in Plön deshalb auch nach den Feiern in der Feuerwehrtechnischen Zentrale und in Preetz ein weiteres „Highlight unseres Jahresjubiläums“. Am 21. September folgt ein Großer Zapfenstreich mit Umzug in Lütjenburg und dann Anfang Dezember das große Abschlusskonzert in Wankendorf.

„Wir haben tiefe Anerkennung für den ehrenamtlichen Einsatz der Wehren. Sie lassen alles stehen und liegen wenn andere Hilfe brauchen. Ihre Zusammenarbeit mit den anderen Hilfsorganisationen ist unabdingbar für den Kreis“, dankte Kreispräsident Stefan Leyk den Wehren. „Sie halten unsere Gesellschaft zusammen wie Kitt.“

In Anerkennung für die Arbeit überreichte auch Regional-Direktor Wilfried Sommer von der Förde Sparkasse, seit dem 13. Lebensjahr selbst Mitglied einer Freiwilligen Feuerwehr in seiner Heimatgemeinde in Niedersachsen, Manfred Stender einen Scheck über 1250 Euro für die Jugendwehren im Kreis.

Am Marktplatz selbst demonstrierten die Wehren die Möglichkeiten ihrer Einsatzkräfte. Das ging vom Beseitigen eines Baumstammes unter Spannung – ein gefährliches Unterfangen, wenn die Kettensäge falsch angesetzt wird – bis zum Einsatz des Löschzuges Gefahrgut, eine Einheit des Kreises Plön. Den Besuchern wurde dabei gezeigt, wie in Schutzanzügen vermummte Feuerwehrleute der Wehren aus Schönberg, Klausdorf und Laboe bei einem Verkehrsunfall vorgehen, um herausgefallenes radioaktives Material zu bergen. So, wie es zum Beispiel beim Unfall eines medizinischen Nottransportes vorkommen kann.

Ein paar Schritte weiter lud die Jugendfeuerwehr Schönberg kleine Besucher zum Mitspielen ein beim Mikado, beim Kriechen durch eine Tonne oder dem Stelzenlauf. Große Beachtung der Besucher fand das neue Einsatzleitfahrzeug der Feuerwehr Schönberg, das neuste und bisher einzige seiner Art im Kreis Plön. Rund 200 000 Euro kostete die Anschaffung des mit HighTec Computern ausgerüsteten Fahrzeugs. Über drei Computer im Inneren kann der Einsatz gesteuert, die Lage bewertet und die Umgebung abgebildet werden. Beeindruckend ein riesiger Bildschirm an der aufklappbaren Außenwand des Fahrzeugs, wo zum Beispiel ein Lageplan der Umgebung – in diesem Fall mit der räumlichen Bebauung und allen Gebäuden im Bereich des Marktplatzes mit allen Durchgängen – abgebildet wurde, wie der Schönberger Wehrführer Jörg Matthies erläuterte. Unten am See demonstrierten Feuerwehr und THW Rettungsübungen und luden Kinder zum Mitfahren ein. An der Fielmann-Akademie zeigte die Hundestaffel der Polizei ihr können.

Dem Kreisfeuerwehrverband gehören derzeit 100 Wehren mit mehr als 3150 Mitgliedern in 85 Gemeinden an. Erstmals gibt es zudem nun mehr als 800 Mitglieder bei der Jugend- und Kinderfeuerwehr im Kreis.

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