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Ostholsteiner Anzeiger

21. Oktober 2017 | 05:31 Uhr

Einigung auf drei Leitprojekte

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Malente 2030: Arbeitsgruppe „Erholungsort Malente“ spricht sich für Baumhaushotel, Inklusionshotel und Wohnmobilstellplatz aus

„Wohin wollen wir, wie soll Malente 2030 aussehen?“ Diese Fragen zu beantworten, haben sich Vertreter von Vereinen, Verbänden, Politik und Gemeinde in Arbeitsgruppen vorgenommen, um Modellprojekte im Zukunftsprozess zu skizzieren. Nach dem Auftakt der Arbeitsgruppe „Wirtschaftsstandort Malente“ zu Wochenbeginn und vor einem Abend, der gestern dem Thema „Lebensort Malente“ gewidmet war, ging es am Mittwoch in der Mühlenbergklinik um den „Erholungsort Malente“. Alle drei Veranstaltungen sind Teil des Integrierten Gemeindeentwicklungsprozesses (Igek).

Kathrin Dehn-Schumacher (Vermieterin Hof Radlandsichten) moderierte, unterstützt von Bürgermeisterin Tanja Rönck, Birgit Boller (Gemeinde) und Tobias Voigt (Büro EBP Deutschland). Nach fünf Stunden waren sich die knapp 30 Teilnehmer einig, ein Baumhaushotel, ein Inklusionshotel und einen Wohnmobilstellplatz als Leitprojekte zu entwickeln. Dabei helfen könnten Eutin und Plön mit ihrer Marketing-Erfahrung und die Anfrage bei einer Gemeinde in ähnlicher Situation, lautete ein Vorschlag. Malenter Jugendliche als Zielgruppe der Zukunft sollten in einem weiteren Barcamp befragt werden, meinte ein Teilnehmer. Wie berichtet, hatte diese Generation 2016 bei einem Jugend-Barcamp Ideen formuliert.

Greta Boller (18) erneuerte die Wünsche nach einem Autokino, einem Musikwettbewerb „Battle of Bands“, einer Verschönerung der Badestelle am Kellersee oder auch einem Sprayer-Kreativkursus, um das „Intermar“ aufzuhübschen. Wie schon das Baumhaus-Hotel, das aktuell für Bruhnskoppel im Gespräch ist, stammt auch der Vorschlag für ein förderfähiges, barrierefreies Inklusionshotel mit Personal mit Handicap von der Bürgermeisterin: „Das wäre ein Standortvorteil für die Gesundheitsregion, solche Angebote, wo Eltern und Partner von Menschen mit Einschränkungen mal richtig Urlaub machen können, sind sehr selten.“

Die Idee, einen schönen Wohnmobilstellplatz zu schaffen, brachte Erich Grothe, Dorfvorsteher von Krummsee, ins Spiel. „Wohnmobilisten lassen relativ viel Geld in einem Ort, machen mehrfach im Jahr Urlaub und wünschen sich einen schönen Stellplatz. Der Krützen ist dafür untauglich“, schlug der 71-Jährige zugleich den zentral gelegenen Seifen-Sievers-Platz (hinter dem alten Aldi-Markt) als geeignet vor. Julia Freese, Vorsitzende der „Freunde des Kurparks“ könnte sich einen Womo-Platz am Kellersee vorstellen. Der Schatten sei allerdings ein Manko, die dortigen sanitären Anlagen bezeichnete Freese als „nicht toll“. Sie möchte im Kurpark mehr Veranstaltungen sehen. Das Problem: Kaum ein Gastronom sei dazu bereit, weil unberechenbar sei, wie viele Menschen kämen. „Wenn wir als Malente das wollen, dann müssen wir Veranstaltungen auch bei Schlechtwetter unterstützen.“

Den Abriss des Gebäudes an der Gremsmühle zugunsten einer dadurch möglichen Verbreiterung der Eutiner Straße thematisierte Manfred Fechner, Verwaltungsleiter der Mühlenbergklinik. „Dann könnte man den Schwerlastverkehr aus der Bahnhofstraße herausnehmen und die Fußgängerzone endlich einmal planen“, regte er an, den Seifen-Sievers-Platz zu einem Großparkplatz zu machen: „Plön hat es vorgemacht“, nannte Fechner ebenfalls die (verkehrsberuhigte) Eutiner Riemannstraße als Beispiel.

„Das Marketing funktioniert nicht“, formulierte Egbert-Rüdiger Lamb (68), Kassenwart des Heimat- und Verschönerungsvereins, den Wunsch nach mehr Infrastruktur, um Gästen etwas zu bieten und dafür die Stelle eines Gemeindemarketings zu schaffen. Kreuzfelds Dorfvorsteher und FDP-Fraktionschef Wilfred Knop mahnte eine vernünftige Bauplanung für ein attraktives Bettenangebot in der Region an. Hierzu schlug Tanja Rönck eine von der Aktiv-Region geförderte Analyse der Tourismuszentrale Holsteinische Schweiz (TZHS) vor, wie viele Betten gebraucht würden. Webcam, Sommerrodelbahn, Bäderbahn, Streuobstwiese, Hochzeits- und Liebesweg zur Bräutigamseiche, die Begrünung des Intermar, Hundespielwiese und die Ideen Vito von Eichborns für eine Lilienstadt und Kräutergärten auf den Dörfern wurden ebenfalls diskutiert. Für den 13. März (18.30 Uhr, Kursaal) kündigte Rönck einen weiteren Info-Abend zum Thema „WLan-Hot Spot“ an. Die Gemeinde werde Freifunk im Rathaus und im Kurpark einführen, und jeder, der über Internet verfügt, könne sich beteiligen.

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