Einigkeit in Süsel über Feuerwehrplan

Gutachter hat Bedarf der kommenden Jahre ermittelt / Finanzausschuss stimmt zu

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14. März 2017, 12:02 Uhr

Bemerkenswerte Harmonie begleitete Montagabend im Finanzausschuss die Beratung und einstimmige Verabschiedung eines Feuerwehrbedarfsplanes für die Gemeinde Süsel. Er enthält eine Bestandsgarantie für die neun Feuerwehren in der Gemeinde, eine Liste vordringlicher Investitionen und ein Regelwerk für den Kauf neuer Einsatzfahrzeuge.

Ein alle fünf Jahre aktualisierter Feuerwehrbedarfsplan sei Voraussetzung für Fördergelder, sagte Bürgermeister Holger Reinholdt (Freie Wähler Süsel). Der Gutachter, der den Bedarfsplan erstellt hatte, sei von Verwaltung und Feuerwehren mit umfangreichen Daten versorgt und das Ergebnis bereits mit den Wehrführungen erörtert worden.

Zu den wichtigen Erkenntnissen zählt, dass der Erhalt der neun Ortswehren zur Sicherung der Hilfsfristen geboten sei. Verbesserungsbedarf gebe es bei der Tagesverfügbarkeit insgesamt und in einigen Wehren bei der Zahl der Atemschutzträger.

Ausgiebig erörtert wurde die Frage, ob sich die Gemeinde mit dem Feuerwehrbedarfsplan die Ersatzbeschaffung von Einsatzfahrzeugen nach 20 oder 25 Jahren selbst auferlege. Am Ende waren sich alle Fraktionen einig, dass die bislang übliche Praxis weiter gelten soll: Ein Fahrzeug werde nicht automatisch mit einem bestimmten Alter ausgemustert, sondern erst, wenn sich Reparaturen nicht mehr lohnten. Bei Neubeschaffungen soll außerdem die jeweilige finanzielle Situation der Gemeinde berücksichtigt werden. Nachdem Süsel dieses Jahr ein neues Löschgruppenfahrzeug bekommen soll, wird die nächste Beschaffung laut Plan erst im Jahr 2023 erfolgen, dann wäre die Frewilllige Feuerwehr Fassensdorf dran.

Den Wunsch der Feuerwehren nach Unterstützung der Gemeinde bei der Werbung neuer Mitglieder wollen Bürgermeister und Fraktionsvertreter bei der nächsten Wehrführerversammlung Anfang April besprechen. Damit wurde ein Vorschlag von Adrianus Boonekamp (CDU) angenommen, nachdem Albrecht Dudy (SPD) eine Briefaktion an alle Einwohner mit passendem Alter angeregt und Ausschussvorsitzende Susanne Bötticher-Meyners (SPD) laut über finanzielle Anreize zur Erhöhung der Zahl der Atemschutzträger nachgedacht hatte.

Eine Empfehlung strich der Ausschuss einmütig: Zur Verringerung von Kosten sollte die Gemeinde zwei hauptamtliche Gerätewarte einstellen, hatte der Gutachter empfohlen. Gemeindewehrführer Kai Nagel regte an, einmal zu ermitteln, wie viel die Gemeinde für Wartungsarbeiten durch Firmen ausgibt und ob es sich nicht doch lohnen würde, einen Gerätewart einzustellen. Die Prüfung werde man vornehmen, hieß es. Albrecht Dudy gab aber zu bedenken, dass ein angestellter Gerätewart nicht nur Lohn bekomme, sondern auch eine Werkstatt brauche, die eingerichtet werden müsste.

Wie der Feuerwehrbedarfsplan wurden vom Ausschuss auch die Haushaltspläne der neun Feuerwehren und der Gemeindewehr für 2017 genehmigt – neue Praxis, nachdem die Kameradschaftskassen zum Sondervermögen der Kommunen erklärt worden sind. Der Bürgermeister kündigte an, dass am 10. April der Bau des Feuerwehrhauses in Röbel beginnen werde.

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