Ostholstein : Einig in harter Kritik

Ingo Gädechens (CDU) und Bettina Hagedorn (SPD) rügen das "Nein" der Krankenkassen zu Kuren.

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10. Oktober 2011, 10:32 Uhr

eutin | In Harnisch bringt die ostholsteinischen Bundestagsabgeordneten Ingo Gädechens (CDU) und Bettina Hagedorn (SPD) die Feststellung, dass die Krankenkassen weiterhin über ein Drittel der Anträge auf Eltern-Kind-Kuren ablehnen. "Ein untragbarer Zustand", zürnte Gädechens, "rechtswidriges Treiben" warf Hagedorn den Kassen vor.

Gädechens verwies auf aktuelle Zahlen zur Bewilligungspraxis für die Kuren. Demnach sind sowohl die Zahl der Ablehnungen als auch die der erfolgreichen Widersprüche dagegen gestiegen. Gädechens warf den Krankenkassen vor, den erklärten Willen von Parlament und Bundesregierung zu missachten: "Die Kassen sehen Mutter-Kind-Maßnahmen nur unter dem Aspekt des Sparens, aber nicht, wie viel spürbare Entlastung eine erfolgreiche Rehabilitation für Mütter und Kassen hätte."

Der CDU-Politiker erwartet, dass der Bundestag jetzt seine Vorgehensweise gegenüber den Krankenkassen verschärfen wird. Er kündigte an, ein härteres Vorgehen unterstützen zu wollen.

Die SPD-Abgeordnete Bettina Hagedorn findet in den "alarmierenden Zahlen" des Müttergenesungswerks ihre Skepsis bestätigt, mit der sie schon früher "die klientelbedingte Engelsgeduld" der schwarz-gelben Koalition in Berlin mit der restriktiven Bewilligungspraxis von Mutter-Vater-Kind-Kuren kritisiert habe. Hagedorn nannte es "erfreulich und überfällig", dass jetzt auch ihr CDU-Kollege Gädechens ein härteres Vorgehen gegen die Kassen befürworte. Sie forderte, noch in diesem Jahr durch gesetzliche Klarstellungen den Krankenkassen "endlich das Handwerk zu legen". Hagedorn: "Es ist unakzeptabel, dass die Kassen den eindeutigen Willen des Parlaments, der 2007 mit der Gesundheitsreform gesetzt wurde, seit vier Jahren zu Lasten der Familien missachten."

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