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Einführung in die deutsche Bürokratie im Café der Begegnung

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

shz.de von
erstellt am 11.Mai.2016 | 21:55 Uhr

„Papierkram“ – Das seien die größten Probleme, vor die Flüchtlingsfamilien in Deutschland gestellt seien, sagte Ismail Hkimi. „Mit Händen und Füßen und ein bisschen Englisch kann man sich in Deutschland verständigen, aber bei der Post wird es schon schwierig.“ Der Tunesier, der seit 14 Jahren in Deutschland lebt, wird künftig im „Café der Begegnung“ in der Schule am Kleinen See Eltern mit Rat und Tat zur Seite stehen. Mit 14  000 Euro von der Aktion „Hand in Hand in Norddeutschland“ gefördert, bietet der Kinderschutzbund mit dem Café der Begegnung nun drei Mal pro Woche eine Möglichkeit des Austauschs in den Mensaräumen der Schule.

„Wir möchten den Menschen unabhängig von Herkunft und Sprache helfen, sich in unserem System zurechtzufinden“, erklärte Matthias Thoms vom Kinderschutzbund. Ulrike Awe, zuständig für die Außenstellenleitung der Schule, pflichtet Thoms bei: „Es herrscht sehr viel Orientierungsbedarf, da bietet das Café der Begegnung einen guten Anlaufpunkt. Zumal Herr Hkimi arabischer Muttersprachler ist.“ Es sei gut, wenn jemand die deutsche Bürokratie erklären könne, betonte Awe. Briefe von Jobcenter oder der Schule seien nicht immer verständlich oder von Werbepost zu unterscheiden. „Immerhin haben auch deutsche Eltern so ihre Schwierigkeiten mit einigen Formularen.“ Das Café der Begegnung sei, so die Koordinatorin des Standortes, ein Beitrag, die an der Schule gelebte Vielfalt positiv zu nutzen. Unterstützt wird Ismail Hkimi von den ehrenamtlichen Helferinnen Inge Altenburg und Karin Rehmann.

Das Café der Begegnung soll nun als Treffpunkt bekannter werden, auch für einen größeren Personenkreis. Heidi Feilke, Vorsitzende des Kinderschutzbundes Eutin, sagte: „Wir hoffen, dass sowohl deutsche als auch Flüchtlingseltern hier zusammenkommen und miteinander ins Gespräch kommen.“ Aktuell befinden sich zirka 80 Schüler der Sekundarstufe eins und etwa 30 weitere im Grundschulalter in den Daz-Klassen („Deutsch als Zweitsprache“) der Schule.

Das Café der Begegnung steht allen Interessierten jede Woche Dienstag bis Donnerstag von 8 bis 10 Uhr offen.

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